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17:20 11.07.2011
Die Arbeit im Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) bietet jungen Leuten bereits an der Universität die Möglichkeit, ihre Soft Skills zu trainieren. Quelle: dpa
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Köln/Konstanz

Flexibel, kommunikativ, teamfähig und stressresistent - so wünschen sich Arbeitgeber den idealen Hochschul-Absolventen. Studenten sollten daher ihre Soft-Skills schon an der Universität trainieren. Möglich ist das in speziellen Kursen, aber auch in Seminaren und Gruppenarbeiten.

Im Fachstudium gibt es viele Möglichkeiten, um seine Soft-Skills zu trainieren, sagt Anne Pajarinen vom Zentrum für Studien- und Karriereberatung der Uni Konstanz. Die Fähigkeit zu kommunizieren üben Studenten in jedem Seminar.

Auseinandersetzung mit den Kollegen spielt zentrale Rolle

Auch Teamfähigkeit lässt sich einüben, etwa bei gemeinsamen Referaten oder der Projektarbeit. Planung, Recherche und Präsentation müssen gemeinsam bewältigt werden - so wie später im Job. Studenten sollten sich dabei in verschiedenen Rollen ausprobieren und ruhig auch mal die ungewohnte Leitung übernehmen, rät René Gabriel, Ausbildungs- und Karriereberater aus Lübeck. Von einem Chef werde das später auch erwartet.

Klappt die Zusammenarbeit nicht auf Anhieb gut, werden Kompromiss- und Konfliktfähigkeit trainiert. Am Ende sollte jedoch immer ein gemeinsames Ergebnis stehen. „Die Auseinandersetzung mit den Kollegen spielt später eine zentrale Rolle“, erklärt Gabriel. Dazu gehöre, sich selbst zurückzunehmen und anderen zu helfen.

Eine gute Vorbereitung auf das Arbeitsleben ist es auch, Verantwortung an der Uni zu übernehmen. Möglich sei dies etwa im Allgemeinen Studierenden Ausschuss. Dort können junge Leute lernen, sich selbst zu präsentieren: vor Kollegen, aber auch öffentlich. Ziel sollte es sein, sich breit zu interessieren und immer ein wenig mehr zu tun, als die eigene Rolle verlangt. „Fach- und Führungskräfte bringen dieses Profil mit“, so der Karriere-Experte.

In der Uni wie auch im Beruf sind Zeitmanagement und Selbstorganisation zudem wichtige Fähigkeiten. „Das Studium fördert die Arbeit in Strukturen, die möglichst zielorientiert gestaltet werden“, erklärt Daniel Nölleke vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Uni Münster. Wer Seminare auswählen und Prüfungen anmelden will, sei automatisch gezwungen, sich zu strukturieren.

Gelingt das Strukturieren Studenten einmal nicht, werden sie zu Experten im Umgang mit Drucksituationen. „Im Rahmen eines Studiums gibt es viele Deadlines, die es einzuhalten gilt. Da wird oft auf den letzten Drücker gearbeitet“, erklärt Nölleke. Das hat aber auch positive Seiten: Spontan ein Projekt zu übernehmen, ist für Studenten oft kein Problem, weil sie das aus ihrem Alltag kennen.

Auch Flexibilität lernen Hochschüler - etwa wenn sie den Stoff mehrerer Kurse nebeneinander abarbeiten müssen oder auf Klausuren parallel lernen. Dabei sei oft eine Art Understatement zu beobachten, die auch im Berufsleben gefragt ist, sagt René Gabriel. Die Einstellung „Schaffe ich schon irgendwie“ beweise Belastbarkeit, auch in Druck- oder Stresssituationen. Außerdem lernen Studenten das kontinuierliche Arbeiten an einem Ziel.

Fremdsprachen und Computerkenntnisse können dagegen in speziellen Kursen erlernt werden, sagt Anne Pajarinen. Darin lernen Studenten speziell auf das Berufsleben zugeschnittene Skills, erläutert Carina Goffart vom „Professional Center“ der Universität Köln. Es gibt dort Angebote wie „Die Kunst, andere zu begeistern“ oder interkulturelle Trainings mit dem Titel „global teamplayer“. Der Kurs „Kooperation 2.0“ trainiert die Fähigkeiten in der digitalen Welt. Der Nutzen ist auch ein analoger: Für die Kurse gibt es Credit Points, die für das Studium zählen.

Studenten lernen nicht nur im Hörsaal

Nicht nur Soft-Skills können Studenten an der Uni lernen. Auch Lebenserfahrung ist wichtig, um den Anforderungen des Berufs zu begegnen, sagt Daniel Nölleke vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Uni Münster. In vielen Situationen sei Gelassenheit, Souveränität, Selbstbewusstsein und Entscheidungsstärke gefragt. Das lerne man aber nicht nur im Hörsaal oder der Bibliothek, sondern auch bei der Organisation von Partys, in Praktika, Studentenvereinigungen oder auf Reisen - und in Beziehungen.

kas/dpa

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