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08:43 20.02.2015
Ein Malaria-Erreger, der gegen das Standardmedikament Artemisinin resistent ist, breitet sich immer mehr in Südostasien aus. Quelle: dpa

Über Myanmar habe sich der Erreger Plasmodium inzwischen bis zur indischen Grenze ausgebreitet, warnen die Wissenschaftler. Eine Ausbreitung in Indien wäre demnach eine "ernste Gefahr für die weltweite Kontrolle und die Ausrottung von Malaria".

Die Wissenschaftler hatten in den Jahren 2013 und 2014 Blutproben von 940 Malaria-Patienten aus Malaria-Zentren in Myanmar sowie den Grenzregionen in Thailand und Bangladesch untersucht. Dabei fanden sie bei 39 Prozent der Patienten Mutationen. Die Forscher gehen aufgrund der erhobenen Daten davon aus, dass sich der resistente Erreger immer weiter nach Westen ausbreitet - bis in die myanmarische Stadt Homalin 25 Kilometer vor der indischen Grenze. Die Schnelligkeit, mit der sich der Erreger ausbreite, sei "alarmierend", schreibt der Malaria-Forscher Philippe Guerin.

Keine Resistenz in Afrika entdeckt

Bei Malaria-Patienten aus afrikanischen Ländern wurden bislang keine gegen Artemisinin resistenten Erreger gefunden. Sie werden allerdings auch in Südamerika vermutet, dort fehlt bislang jedoch ein Nachweis.

In der Vergangenheit hatten schon andere Parasitenstämme eine Resistenz gegen bestimmte Malaria-Medikamente entwickelt. Wegen der zunehmenden Artemisinin-Resistenz empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Erkrankte nicht mehr nur mit Artemisinin, sondern mit Kombinationspräparaten zu behandeln. In vielen Ländern wird das Medikament aber weiter genutzt.

584.000 Tote allein im Jahr 2013

Nach Angaben der WHO erkrankten im Jahr 2013 weltweit 198 Millionen Menschen an Malaria. 584.000 Patienten starben an der Tropenkrankheit, 90 Prozent von ihnen in Afrika. Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden.

Die Tropenkrankheit führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit schnell lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird.

afp

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