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Wissen Mit Vision Zero Leben retten
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06:15 15.11.2017
Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, wünscht sich einen sicheren Straßenverkehr. Dafür nur auf Automatisierung zu setzen, ist für sie der falsche Ansatz. Quelle: Montage: RND/dpa/privat
Bonn

Vision Zero ist eine großartige internationale Sicherheitsstrategie, nach der unsere Verkehrswelt so gestaltet sein muss, dass es dort keine Getöteten und Schwerstverletzten mehr gibt. Sie berücksichtigt die physische Verletzbarkeit des Menschen genauso wie die Tatsache, dass Menschen Fehler machen.

In Deutschland sterben Tag für Tag neun Menschen im Straßenverkehr, alle acht Minuten wird jemand schwerstverletzt. Diejenigen, die unsere Verkehrswelt gestalten – Politiker, Stadtplaner, Industrie – tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass diese Zahlen gen null gehen. Hohes Potenzial liegt in der Verbesserung der Infrastruktur: Fahrzeuge fahren trotz Verbotsschild zu schnell in einen Ortseingangsbereich? Ein Kreisverkehr, der zum Abbremsen zwingt, könnte die Lösung sein. Das ist nur ein Beispiel. Das Wissen darüber, wie Abhilfe geschaffen werden kann, ist vorhanden, nun gilt es, dieses Wissen auch konsequent umzusetzen.

Maßnahmen für mehr Sicherheit

Einen wichtigen Beitrag zur sicheren Gestaltung der Verkehrswelt liefert die Fahrzeugtechnik: Mit der Automatisierung und Vernetzung setzt hier gerade ein Quantensprung ein. Stellen Sie sich vor, eines Tages wären alle Fahrzeuge so konstruiert, dass sie Zusammenstöße verhindern – wie viele Leben würden gerettet!

Es wäre jedoch fatal, ab jetzt nur noch auf die Weiterentwicklung der Automatisierung zu setzen. Denn wir haben noch Jahre der Entwicklung und der Erprobung vor uns. Kinder, Fahrradfahrer, Fußgänger – sie benötigen jedoch von sofort an Schutz. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hat daher im Sinne der Vision Zero 14 Maßnahmen definiert, deren Umsetzung schon jetzt einen großen Sicherheitsgewinn erzielen könnten.

Die Forderungen zielen zum Beispiel auf ein absolutes Alkoholverbot am Steuer oder die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf schmalen Landstraßen. Hier ist die Politik gefragt.

Von Ute Hammer/RND

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