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08:10 27.01.2018
Bin ich krank? Viele Deutsche stellen diese Frage zunächst dem Internet. Quelle: dpa
Hannover

Er ist einfach zu kontaktieren, hat immer spontan einen Termin frei. Und selbst in Hochzeiten der Grippe ist die Ansteckungsgefahr in seinem Wartezimmer gleich Null: Jeder zweite Deutsche setzt in medizinischen Fragen auf eine Anfrage bei „Dr. Google“. Rund die Hälfte der Nutzer fühlt sich von den Ergebnissen gut informiert, nachdem sie eine entsprechende Anfrage bei der Internetsuchmaschine abgesetzt haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, für die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid im Oktober 1070 Menschen zwischen 18 und 80 Jahren befragt hatte. Lediglich zwei Prozent der Befragten seien „selten zufrieden“. Niemand sagte, er sei mit den Suchergebnissen „immer unzufrieden“.

Wie krank bin ich?

Motive für die Internetsuche seien, sich über Behandlungsalternativen zu informieren, sich mit anderen auszutauschen und emotionale Unterstützung zu erhalten, erklärte die Stiftung. Die Recherche gebe den Patienten ein Gefühl von Sicherheit, Beruhigung oder auch Zerstreuung. Das Internet zählt der Umfrage zufolge nach Gesprächen mit Ärzten und Angehörigen oder Freunden zu den drei am häufigsten herangezogenen Informationsquellen in Gesundheitsfragen.

Die Bertelsmann Stiftung will Patienten nun dazu ermutigen, beim Arzt die selbst recherchierten Erkenntnisse anzusprechen. Bisher verschweige jeder dritte Patient seinem Mediziner den Besuch bei „Dr. Google“ – entweder aus Scham oder aus Höflichkeit. Ärzte und Therapeuten wiederum sollten den Experten zufolge verlässliche Websites oder Apps empfehlen können, erklärte die Gesundheitsexpertin der Stiftung, Marion Grote-Westrick.

Symptome googeln ist ganz normal

Bereits 60 Prozent der behandelnden Mediziner gehen eigenen Angaben zufolge bei einem späteren Besuch der Patienten in der Sprechstunde auf die im Internet gesammelten Informationen ein. Allerdings verweisen bisher nur 40 Prozent der Mediziner von sich aus auf gute Informationsquellen im Netz.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass immer mehr Menschen die Diagnose eines Arztes kritisch hinterfragten und nach Möglichkeit meist mehrere Quellen zurate zögen. Dass übrigens auch „Dr. Google“ falsch liegen kann, sei den meisten Nutzern bewusst: Rund zwei Drittel der Befragten gaben an zu wissen, dass nicht alle Angaben vertrauenswürdige Angaben im Netz vertrauenswürdig sind. Zumindest diese Erkenntnis sollte ansteckend sein.

Von Dany Schrader

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