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16:43 28.02.2014
Das computergenerierte Bild der European Space Agency (ESA) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist. Quelle: ESA/dpa
Tanegashima

Japan hat ein Satellitenpaar zur globalen Wetterbeobachtung und zur Bekämpfung von Weltraumschrott ins All befördert. Eine Trägerrakete vom Typ H-2A hob am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Tanegashima in der südjapanischen Provinz Kagoshima ab. An Bord befand sich der vier Tonnen schwere Satellit GMP (Global Precipitation Measurement), den die japanische Weltraumbehörde Jaxa zusammen mit der US-Weltraumbehörde Nasa entwickelt hatte. Er soll von seiner Umlaufbahn in 400 Kilometer Höhe die globalen Regenwolken und Schneefälle beobachten und helfen, katastrophale Wetterbedingungen wie Dürren aus der Erde vorherzusagen. Alle drei Stunden soll der sechseinhalb Meter hohe Satellit ein Lagebild von so gut wie der gesamten Erde liefern.

Der Satellit habe seine geplante Höhe 16 Minuten nach dem Start der Rakete erreicht, hieß es. Zusätzlich brachte die Trägerrakete jedoch noch sieben weitere, mit 10 bis 50 Zentimetern Größe aber deutlich kleinere Satelliten ins All. Dazu gehört der kleine „Stars 2“, dem trotz seiner geringen Größe weltweit enorme Beachtung zukommt. Denn der von der Universität Kagawa entwickelte Satellit soll eine mögliche neue Technologie zum Einsammeln von Weltraumschrott testen.

Er besteht aus zwei 5 und 4 Kilogramm schweren schachtelförmigen Geräten, die mit einem 300 Meter langen und zehn Zentimeter breiten Drahtnetz verbunden sind. Dieses wurde in Zusammenarbeit der Universität mit einer Firma entwickelt, die normalerweise Fischernetze herstellt. Das ähnlich wie ein Fischernetz gewobene Drahtseil besteht aus elektrisch leitfähigem Material und soll ein elektromagnetisches Feld aufbauen. Dieses könne möglicherweise, so hoffen die japanischen Forscher, in Zukunft Weltraumschrott verlangsamen und die Teile zum Verglühen in der Erdatmosphäre bringen. Dies würde die vermutlich kostengünstigste Methode im Kampf gegen den Weltraumschrott darstellen.

Die Raumfahrt und militärische Objekte hinterlassen große Mengen Müll im Orbit. Rund 6500 Tonnen Schrott kreisen Experten zufolge um die Erde. Trümmer und Gegenstände ab etwa 10 Zentimeter Größe - etwa so groß wie eine Orange - kann das Space Surveillance Network des US-Militärs erfassen und verfolgen. Im Januar 2014 meldete es 16 674 Objekte im Orbit, davon 9464 Bruchstücke. Wahrscheinlich ist die tatsächliche Zahl aber noch deutlich höher. Am Braunschweiger Institut für Luft- und Raumfahrttechnik haben Forscher errechnet, dass rund 750 000 Objekte größer als eine Murmel um die Erde rasen.

dpa

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