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Wissen Lustpille für die Frau zugelassen
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11:14 19.08.2015
Ein wirkliches Pendant zu Viagra ist das Medikament Addyi nicht. Viagra wirkt körperlich, während Addyi als Antidepressivum entwickelt wurde. Quelle: dpa
New York

Eine zartrosa-farbene Pille soll die Lust der Frauen wecken. Die US-Arzneibehörde FDA gab am Dienstag grünes Licht für "Viagra für Frauen", wie das Medikament kurzerhand bezeichnet wird. Gemeint ist das Mittel Flibanserin, das unter dem Namen Addyi auf den Markt kommen soll.

Wirklich ähnlich ist Addyi dem Medikament Viagra jedoch nicht. Während Viagra und Co. bei Männern ein körperliches Problem anpacken und zu Erektionen verhelfen können, beeinflusst Flibanserin im Gehirn die Botenstoffe Dopamin und Serotonin und soll die Libido anregen. Es geht also nicht um das Können, sondern das Wollen. Die Pille muss aber jeden Abend eingenommen werden – ob Sex geplant ist oder nicht.

"Die heutige Zulassung gewährt Frauen, die unter sexueller Unlust leiden, eine überprüfte Therapiemöglichkeit", sagte FDA-Forschungsdirektorin Janet Woodcock. Die Effizienz ist jedoch genau der Streitpunkt. Nach Untersuchungen, die auch die FDA veröffentlicht hat, kam es bei Frauen mit dem Wirkstoff zu einem halben bis einem Mal Sex mehr pro Monat als bei Frauen mit Placebo. Das ist ein geringer Wert – allerdings dennoch einer, der für viele Paare einen großen Unterschied machen kann.

Frigidität oder sexuelle Gefühlskälte ist ein Problem für Millionen Frauen: Sie haben keine Lust auf Sex und empfinden keinen Spaß am Geschlechtsverkehr. Die Störung der Libido ist eine Belastung für viele Beziehungen, die oft psychotherapeutisch behandelt wird. Nach Angaben von Medizinern ist in Deutschland etwa jede dritte Frau betroffen. Mediziner gehen jedoch davon aus, dass die Tablette nur zehn Prozent der Betroffenen hilft.

Ursprünglich war Addyi ein Antidepressivum

Ob und wann das Präparat nach Deutschland kommt, ist noch ungewiss. Flibanserin wurde vom deutschen Hersteller Boehringer Ingelheim entwickelt – als Mittel gegen Depressionen. Die luststeigernde Wirkung wurde erst später bekannt. Nach einem negativen FDA-Bericht gaben die Rheinland-Pfälzer das Projekt 2010 auf. Sprout Pharmaceuticals aus Raleigh im Bundesstaat North Carolina übernahm die Forschung, scheiterte aber 2013 ebenfalls an der US-Behörde. Daraufhin gab es heftige Kontroversen zwischen Frauenrechtsgruppen. Die einen warfen der FDA Sexismus vor, weil sie Viagra zugelassen habe, nicht aber Flibanserin. Andere behaupteten, das Unternehmen missbrauche die Aktivistinnen, um ein noch nicht als sicher bewiesenes Präparat durchzudrücken.

Chris Melzer

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