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15:47 26.10.2009
Eine Artzhelferin impft eine Patientin gegen Schweinegrippe. Quelle: ddp
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In Niedersachsen und im Saarland soll die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik erst im Laufe der Woche starten. Ab Mitte November werden sich dann voraussichtlich auch alle anderen Bürger impfen lassen können. Die Impfungen erfolgen auf freiwilliger Basis.

Berichte über die Nachfrage nach der Impfung fielen am Montag gemischt aus. Im größten medizinischen Zentrum Hamburgs, dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), habe es einen „regen Anlauf“ gegeben, berichtete ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. In Bremen lief die Massenimmunisierung dagegen nach Auskunft einer Senatssprecherin eher schleppend an.

Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums sind die ersten Dosen des Impfstoffs Pandemrix mittlerweile in allen Bundesländern eingetroffen. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder inne. Bis Ende Januar würden im Wochentakt weitere Chargen der insgesamt 50 Millionen bestellten Dosen des Impfstoffs beim Hersteller in Dresden abgeholt, sagte ein Ministeriumssprecher. Da die Impfbereitschaft in der Bevölkerung derzeit „nicht besonders stark ausgeprägt“ sei, werde die bestellte Impftstoff-Menge voraussichtlich ausreichen.

Über eine Nachbestellung von Impfstoff ohne die umstrittenen Wirkverstärker wird nach Angaben des Sprechers nach wie vor mit Pharmaherstellern verhandelt. Dieser werde „hoffentlich“ ebenfalls im November verfügbar sein. Experten hatten Kritik an unter anderem in Pandemrix enthaltenen Wirkverstärkern geübt, die die Immunreaktion verstärken sollen, da mögliche Nebenwirkungen nicht ausreichend geklärt seien.

Aktuelle Informationen beim Robert-Koch-Institut Berlin

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch Institut (RKI) rief die Bundesbürger derweil erneut auf, sich gegen die „Neue Grippe“ impfen zu lassen. Es sei nicht abzusehen, wie stark sich die Grippe entwickle, warnte STIKO-Mitglied Wolfgang Jilg. „Es scheint so zu sein, dass die Erkrankungsfälle zunehmen“, ergänzte er.

Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer, betonte, es gebe zwar „ein paar Vorbehalte gegen die Impfung bei Schwangeren und kleinen Kindern“. Dennoch sei Impfen „der beste Schutz vor jedweder Form von Virusinfektion“. Alle Menschen, die viel Kontakt mit anderen Menschen hätten, unter chronischen Erkrankungen litten, speziell unter Lungenerkrankungen wie Asthma, sollten sich vor der Schweinegrippe schützen, sagte Montgomery.

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach sich für die Impfung aus. „Wir müssen leider damit rechnen, dass diese Schweinegrippe-Fälle gerade für jüngere Menschen schwerer verlaufen, als der eine oder andere sich das vorstellt“, warnte Lauterbach. Selbst wenn das Virus sich nicht verändern sollte, sei es „eine gefährliche Krankheit“, an der auch junge Menschen und Kinder sterben könnten.

Kritik an der Massenimpfung kam derweil von der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI). Vorstandmitglied Angela Spelsberg warf den Fachleuten, die die Impfung empfohlen hätten, vor, sie seien durch ihre Kontakte zu Pharma-Firmen in massive Interessenkonflikte verwickelt. Zudem habe der Staat große Mengen von Impfstoff ohne weitere Prüfung gekauft. „Das halten wir für falsch“, sagte Spelsberg.

ddp

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