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13:32 16.06.2013
Der in Deutschland gebaute Raumtransporter "Albert Einstein" dockte nach zehntägigem Flug an die Internationale Raumstation ISS an. Quelle: dpa
Moskau

Der in Deutschland gebaute Raumtransporter „Albert Einstein“ ist nach zehntägigem Flug bei der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Das unbemannte Versorgungsschiff brachte fast sieben Tonnen Nachschub, darunter Forschungsgeräte sowie Kleider und Lebensmittel, zum Außenposten der Menschheit. Der Frachter dockte sich rund 400 Kilometer über dem Pazifik an, wie die Flugleitzentrale bei Moskau am Samstag mitteilte. Die sechs Raumfahrer auf der ISS wollen an diesem Montag die Luken öffnen und den Transporter entladen. „Albert Einstein“ war an Bord einer Ariane-5-Rakete Anfang Juni im südamerikanischen Kourou (Französisch-Guayana) gestartet.

Die Europäische Weltraumorganisation Esa hatte beim Andocken mit einer Geschwindigkeit von 28 000 Stundenkilometern den Ausfall einer Steuereinheit bemerkt. Sie musste der Agentur Interfax zufolge auch zunächst die Laserreflektoren testen. Die Andockbestätigung „The hooks are closed“ kam deshalb rund 22 Minuten später als geplant um 16.07 Uhr MESZ. „Ein so sanfter Kontakt zwischen einem Raumfahrzeug von der Größe eines Doppeldeckerbusses und einer 20 Mal so großen Station ist eine außergewöhnliche Leistung“, sagte Thomas Reiter, Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt, laut einer Pressemitteilung.

Die drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Italiener auf der ISS dürfen sich unter anderem auf Erdbeeren, Tiramisu, Parmesankäse sowie neue Schlafanzüge und Socken freuen. Der etwa 20 Tonnen schwere, nach Physiknobelpreisträger Einstein (1879-1955) benannte Transporter vom Typ ATV (Automated Transfer Vehicle), ist das größte und technisch ausgefeilteste Raumfahrzeug, das in Europa entwickelt worden ist. Er wurde wie die Ariane von der EADS-Tochter Astrium gebaut, die einen ihrer größten Standorte in Bremen hat. Am 28. Oktober soll „Albert Einstein“ mit Müll von der ISS ablegen und über dem Ozean verglühen.

Die rund 450 Millionen Euro teure Mission sei auch eine „Hommage“ an den dreitägigen Flug der ersten Frau im Kosmos, sagte ein Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Valentina Tereschkowa war vor 50 Jahren, am 16. Juni 1963, ins All gestartet. „Albert Einstein“ ist das vorletzte Versorgungsschiff, mit dem Europa seinen Anteil an den ISS-Kosten begleicht. Wohl im Juni 2014 startet die Esa ihren fünften, vorerst letzten Frachter „Georges Lemaître“. 

dpa

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