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Wissen „Die Ebola-Gefahr in Europa ist sehr gering“
Mehr Welt Wissen „Die Ebola-Gefahr in Europa ist sehr gering“
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00:15 24.08.2014
Von Alexander Dahl
Eine an Ebola erkrankte Frau in Sierra Leone erhält etwas zu trinken. Quelle: rtr (Archiv)

Wie groß ist die Gefahr, dass sich das Ebola-Virus auch in Europa ausbreitet?
Ich halte die Gefahr für sehr gering. Selbst wer sich in einem Land wie Liberia  aufhält, dort aber nicht im Gesundheitsbereich arbeitet und keinen direkten Kontakt mit Ebola-infizierten Patienten oder deren pflegenden Angehörigen hat, hat nur ein kleines Infektionsrisiko. Wichtig ist natürlich, immer die Basishygiene einzuhalten: Keine Hände schütteln, häufig die Hände waschen, Menschenansammlungen meiden und überhaupt Körperkontakte meiden, schließlich wird das Ebola-Virus nur durch Körperflüssigkeiten übertragen – etwa durch Blut, Schweiß oder Erbrochenes. Und: Um einen anderen zu infizieren, muss der Erkrankte schon akut an Ebola leiden.

Was kann man tun, um die Gefahr einer Ausbreitung der Seuche einzudämmen?
Genaue Hygiene ist das A und O. Für uns, die wir im Auftrag der Welthungerhilfe vor Ort in Liberia helfen, heißt das: Wir gehen nicht zu Begräbnissen von Ebola-Toten, weil auch sie noch infektiös sind, und meiden auch die drangvollen Gottesdienste in den Kirchen und beten lieber allein daheim. Ebola im Anfangsstadium lässt sich übrigens noch recht gut durch gesunde Ernährung und viel Flüssigkeitszufuhr eindämmen.

Viele Menschen in Liberia sind arm und auch Analphabeten. Wie sollen sie ihre Botschaften verstehen und sich Hygienemittel kaufen?

Wir arbeiten viel mit Radiodurchsagen und verteilen Faltblätter, in denen keine Texte stehen, sondern die notwendigen Informationen durch Bildersprache vermittelt werden. Außerdem informieren wir die Liberianer darüber, wie sie mit einfachsten Mitteln hygienisch leben können – etwa dadurch, dass sie sich nicht mit teurer Seife, sondern mit Asche die Hände waschen.

Sind Reisen in die Länder Westafrikas noch zu verantworten?

Das Auswärtige Amt hat alle Deutschen aufgefordert, die von Seuchen bedrohten Länder zu verlassen. Das ist prinzipiell richtig für alle, die nicht im humanitären Einsatz dort sind. Urlaubsreisen in die Region sollte man derzeit jedenfalls nicht planen.

Tun die USA, Europa und andere Länder genug, um den von der Ebola-Seuche heimgesuchten Staaten zu helfen?

Die Weltgesundheitsorganisation und die Weltbank haben bereits mehrere Hundert Millionen Euro zur Seuchenbekämpfung bereitgestellt. Außerdem sind mittlerweile viele renommierte Fachleute vor Ort. All das braucht aber seine Zeit, um Wirkung zu entfalten. Wichtig ist aber auch, dass die betroffenen Länder ihr Gesundheitswesen modernisieren und mehr Kliniken, Sanitätszentren und Quarantänestationen gründen. Erste Ansätze sind schon da.
Interview: Alexander Dahl

Liberia schließt Kinos

Drastische Maßnahme gegen die Seuche: Um die Ebola-Epidemie unter Kontrolle zu bekommen, hat die Regierung in Liberia Quarantänezonen ausgeweitet und eine nächtliche Ausgangssperre über die Hauptstadt verhängt. In einem Elendsviertel von Monrovia brachen daraufhin Unruhen aus. Bewaffnete Sicherheitskräfte riegelten Teile des Stadtbezirks West Point ab, in dem 750 000 Menschen unter äußerst ärmlichen Bedingungen leben. Die Ausgangssperre für die Millionenstadt Monrovia gilt von 21 Uhr bis 6 Uhr.

Zugleich ordnete Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf die Schließung von Nachtklubs und Kinos an, wo normalerweise größere Menschenmengen zusammenkommen. Die Maßnahmen erfolgten nach Berichten über Leichen, die nachts auf den Straßen abgeladen wurden.

Derweil gab es in Deutschland nach einem Ebola-Verdachtsfall Entwarnung. Das Fieber einer Frau in Berlin war Malaria.

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