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Wissen Beim Vorstellungsgespräch ruhig mal Detektiv spielen
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19:00 17.12.2017
Martin Wehrle ist Karrierecoach und Bestsellerautor, sein aktuelles Buch: „Der Klügere denkt nach – Von der Kunst, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein“. Quelle: gpt
Hannover

Jede Firma gibt es zweimal: beim Vorstellungsgespräch – und im Alltag. Wer behauptet, Firmen hätten keine Fantasie, muss nur mal bei einem Bewerbungsgespräch zuhören: Da gibt sich eine Provinzfirma als „Marktführer“ aus, auch wenn dieser Markt an der letzten Haltestelle des Stadtbusses endet. Da verkauft sich ein erstarrtes Traditionsunternehmen als „innovativ und für alle Ideen der Mitarbeiter offen“ – dabei werden diese Ideen im Alltag vom Management wie Brotkrumen vom Tisch gewischt. Und derselbe Vorgesetzte, der dem Bewerber aus dem Mantel hilft und Kaffee nachschenkt, erinnert bei seinen Wutanfällen im Alltag fatal an Rumpelstilzchen.

Ein Bewerbungsgespräch heißt so, weil beide Seiten für sich „Werbung“ machen. Kein Unternehmen dieser Welt bindet einem Bewerber auf die Nase: „Ach, übrigens, gegen uns laufen drei Mobbing-Prozesse. Der Stellenvorgänger ist mit Tatütata in die Burn-out-Klinik gefahren. Und ältere Mitarbeiter bevorzugen wir – wenn auch nur beim Entlassen!“

Lesen Sie zwischen den Zeilen

Aber wie wollen Sie dann im Vorstellungsgespräch herausfinden, ob die Firma für Sie ein guter Arbeitgeber wäre? Vor allem indem Sie Ihre Augen und Ohren weit öffnen. Wenn Sie zum Beispiel fragen, welches die größten Schwierigkeiten in Ihrem neuen Job wären, dann ist eine ausweichende Antwort auch eine.

Offenbar will man Ihnen die womöglich explosive Wahrheit verschweigen. Jeder neue Mitarbeiter wird als Problemlöser eingestellt. Wenn eine Firma leugnet, überhaupt Probleme zu haben, müssen diese beschämend groß sein.

Oder erkundigen Sie sich, was aus dem letzten Inhaber der Stelle geworden ist. Sie werden heraushören: Ging er freiwillig? Oder wurde er gegangen? Und: Was fand er am schwierigsten an seinem Job? Fällt die Antwort der Firmenvertreter einsilbig aus, sollte das Bewerber nachdenklich machen. Denn dieselbe Schlangengrube, in der Ihr Vorgänger festsaß – etwa überzogene Ansprüche eines Vorgesetzten –, wartet nach Ihrer Einstellung auf Sie.

Beobachten Sie Ihren Gesprächspartner

Weitere Signale: Wie behandelt der Chef die Sekretärin, die den Kaffee bringt? Kommt ihm ein „Danke“ über die Lippen? Oder nimmt er sie kaum zur Kenntnis? Im zweiten Fall wissen Sie schon, wie die Rückmeldung auf Ihre Arbeiten ausfallen wird.

Und in welcher Tonlage sprechen Ihre Gesprächspartner miteinander? Herrscht Einigkeit? Oder fallen sich die Gesprächspartner immer wieder ins Wort? Trägt hier jeder den Dolch im Gewande? Und wie werden Sie bei Ihrem Gespräch behandelt: als Gast – oder als Verdächtiger? Hat man sich bei Ihnen für Ihr Kommen bedankt, Ihnen ein Getränk angeboten? Merken Sie, dass alle Gesprächspartner mit Ihrem Lebenslauf vertraut und wirklich an Ihnen interessiert sind? Oder beschränken sich die Interviewer darauf, Ihren Lebenslauf auf vermeintliche Lücken abzuklopfen („Was haben Sie eigentlich nach dem Abitur gemacht?“), nach längst Vergangenem zu fragen („Was waren denn Ihre Lieblingsfächer in der Schule?“) und Sie mit nicht wirklich klugen Stressfragen („Welches Tier wären Sie am liebsten?“) zu behelligen?

Wie wirken die Angestellten auf Sie?

Und wie wirken Mitarbeiter, die Ihnen auf dem Flur begegnen? Reden sie unbeschwert miteinander? Ist auch mal ein Lachen zu vernehmen? Oder erinnern die Menschen Sie an eine Trauerprozession: überall nur ein gedämpfter Ton und hängende Köpfe? Falls ja, spricht das nicht gerade für ein gutes Betriebsklima. Was Sie am Rande mitkriegen, ist oft wahrer und wichtiger als das offiziell Gesagte.

Auch können in manchen Firmen Schwarze Bretter Hinweise liefern. Dort finden sich häufig Aushänge vom Betriebsrat – wenn es denn einen gibt.

Gehen Sie jedem Verdacht durch eine gründliche Recherche nach, ehe Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben. Denn nicht nur die Firma kann sich für oder gegen einen Bewerber entscheiden– sondern auch umgekehrt!

Von Martin Wehrle/RND

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