Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Auch Schimpansen lernen „Fremdsprachen“
Mehr Welt Wissen Auch Schimpansen lernen „Fremdsprachen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 05.02.2015
Eine Gruppe Schimpansen sitzt im Zoo in Osnabrück auf einem Klettergerüst.  Quelle: dpa
York

„Hey, ich habe leckere Äpfel entdeckt“ - so eine Information können Schimpansen in Gefangenschaft ihren Artgenossen mit einem typischen Grunzlaut zukommen lassen. Wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben, können die Tiere diese Grunzlaute verändern, wenn sie in eine neue Schimpansen-Gruppe kommen. Sie passen ihren „Apfel-Grunzer“ dem der neuen Gruppe an – aber erst, wenn sie in die neue Gruppe integriert sind und enge Beziehungen zu den Artgenossen geknüpft haben. Dies berichten die Forscher aus Großbritannien und der Schweiz im Fachblatt „Current Biology“.

Unter der Leitung von Katie Slocombe von der britischen University of York hatten die Wissenschaftler über drei Jahre aufgezeichnet, welche Grunzlaute ausgewachsene Schimpansen im Zoo von Edinburgh ausstoßen, wenn sie Äpfel bekommen. Die Gruppe bestand aus insgesamt 18 ausgewachsenen Tieren, neun davon hatten zuvor in einem Safaripark in den Niederlanden gelebt. Erstmals nahmen die Forscher die Laute der Schimpansen im Jahr 2010 auf, kurz bevor die beiden Gruppen zusammengeführt wurden. 2011 und 2013 machten sie weitere Aufnahmen.

Zu Beginn unterschieden sich die „Apfel-Grunzer“ in beiden Gruppen erheblich, berichten die Wissenschaftler. Die Schimpansen aus den Niederlanden schienen Äpfel lieber zu mögen und stießen bei ihrem Anblick hochfrequentere Laute aus als die Schimpansen aus Schottland. Im Jahr 2013 hatten sich die Grunzlaute dann stark angenähert und klangen sehr ähnlich. Die niederländischen Schimpansen hatten ihre Laute an die in der schottischen Gruppe üblichen Grunzer angepasst.

Die Vorliebe einzelner Tiere für Äpfel hatte sich in dem Zeitraum nicht geändert, war also auch nicht der Auslöser für die Veränderung, berichten die Forscher weiter. Allerdings knüpften die Schimpansen beider Gruppen im Verlauf der drei Jahre immer engere Bindungen untereinander, was sich auch auf das Grunzen auswirkte.

„Es wäre aufregend zu wissen, warum Schimpansen mehr wie ihre Artgenossen klingen wollen“, sagt Simon Townsend, einer der beteiligten Wissenschaftler von der Universität Zürich (Schweiz). „Wollen sie das, um besser verstanden zu werden? Oder einfach nur um ihren Freunden ähnlich zu sein?“

Bisher hatten Forscher angenommen, bei Schimpansen seien die Laute und die Situation, in der diese ausgestoßen werden, starr miteinander verknüpft. Nur Menschen seien in der Lage, Dinge flexibel mit sozial erlernten Begriffen zu belegen, so die gängige Annahme. Ihre Untersuchung lasse nun vermuten, dass die evolutionären Wurzeln für diese Fähigkeit älter sind als bisher gedacht.

Ein Team um Katie Slocombe hatte bereits 2013 gezeigt, dass die Lautäußerungen von Schimpansen flexibler sind als lange vermutet. Im „Journal of Animal Behavior“ berichteten die Wissenschaftler damals, dass männliche Schimpansen ihre Grunzlaute gezielt an bestimmte Empfänger richten. Sie informierten demnach vor allem gute Freunde und in der Rangordnung höher stehende Artgenossen über Futter.

dpa

Das Mammografie-Screening in Deutschland trägt weiter dazu bei, dass mehr Frauen mit Brustkrebs ihre Brust behalten können und bessere Heilungschancen haben. Insgesamt wurden rund 2,7 Millionen Frauen gescreent, bei rund 17.000 fand sich Brustkrebs.

04.02.2015

Bei Frauen ist Lungenkrebs auf dem Vormarsch, bei Männern wird er seltener. Dafür sterben Männer häufiger an Leberkrebs. Tumore sind die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

02.02.2015
Wissen Umweltfreundliches Frachtschiff - Norweger will Schifffahrt revolutionieren

Es sieht aus wie ein gigantisches Bügeleisen, das über die See gleitet. Ein Frachtschiff, das überwiegend vom Wind angetrieben wird - damit will der Norweger Terje Lade die Transportschifffahrt umweltfreundlicher machen. Jetzt hat er sein Projekt Journalisten vorgestellt.

Albrecht Scheuermann 02.02.2015