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13:29 11.02.2016
Laut Robert-Koch-Institut trifft der als Schweinegrippe bekannte Virus schwerpunktmäßig 15- bis 59-Jährige. Quelle: Andreas Gebert/dpa
Berlin

Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Ursache sei wohl die aktuelle deutliche Dominanz des Virus A(H1N1)pdm09, sagte die Influenzaexpertin des Robert Koch-Instituts (RKI), Silke Buda. Ärzte müssten Patienten zwischen 15 und 59 nun verstärkt im Fokus haben. Schwere Verläufe seien dennoch relativ selten und der Impfstoff passe bisher. Aktuell gibt es laut RKI-Statistik vor allem im östlichen Teil des Landes eine deutlich erhöhte Influenza-Aktivität.

Als Schweinegrippe bekannt geworden

Die Karte zeigt die derzeitige Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen. Quelle: Robert Koch Institut (Arbeitsgemeinschaft Influenza)

Die aktuelle Grippewelle begann nach RKI-Angaben in der zweiten Januar-Woche. Mit knapp 3.000 Grippefällen sei in der vergangenen Woche der bislang höchste Influenza-Krankenstand in diesem Jahr verzeichnet worden. In der Vorwoche lag die Zahl der registrierten Krankheitsfälle noch bei etwa 2.300. Auch international sei vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden, sagte Buda.

Bislang dominiere in dieser Saison 2015/2016 das A(H1N1)pdm09-Virus, erklärte die RKI-Mitarbeiterin. Während der Pandemie 2009/2010 wurde der Erreger umgangssprachlich auch Schweinegrippe-Virus genannt. Fachleute halten den Begriff jedoch für irreführend: "Es hört sich so an, als handle es sich um ein Virus, das auch bei Schweinen zirkuliert", sagte Buda. Das sei aber nicht der Fall.

17 Grippetote in Deutschland

H1N1 wird genauso übertragen wie andere Viren: durch Tröpfchen beim Niesen oder Sprechen zum Beispiel. Das Virus könne bei jüngeren Erwachsenen und bei Menschen ohne Vorerkrankungen vermutlich häufiger schwere Krankheitsverläufe verursachen als das Virus, das im Vorjahr verbreitet war, sagte Buda.

Bisher hat die aktuelle Grippewelle mindestens 17 Todesopfer gefordert, schätzt das RKI. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle könne jedoch nur geschätzt werden, sagte eine Sprecherin. Nicht alle mit Influenza im Zusammenhang stehenden Todesfälle könnten als solche erkannt und labordiagnostisch bestätigt werden. Zudem würden dem RKI Todesfälle nur sporadisch gemeldet.

So können Sie sich vor den Viren schützen

Auf dem Sprung sein: Zum Beispiel das Wartezimmer beim Arzt birgt ein hohes Risiko, sich dort eine Grippe einzufangen. "Da sollte man nicht lange verweilen, weil man von extrem vielen Viren bombardiert wird", rät Wolfgang Kreischer vom Hausärzteverband Berlin und Brandenburg. Deshalb möglichst einen Termin machen, um nicht lange warten zu müssen.

Abstand halten: Nicht nur wer hustet oder niest, versprüht Bazillen. Auch in der ausgeatmeten Luft tummeln sich Erreger. Gerade in der Grippezeit ist also jeder verdächtig - etwa 60 bis 70 Zentimeter groß sollte der Abstand schon sein. Beim Niesen reicht das nicht, betont Kreischer. Dann sind eineinhalb bis zwei Meter geboten.

Sauber bleiben: Händewaschen schützt vor Grippe. Am besten mit warmem Wasser und ausreichend Seife, empfiehlt Kreischer. Außerdem sollte man die Türklinken regelmäßig reinigen.

Erreger rausfiltern: In Japan schützen sich viele Menschen mit einem Mundschutz vor Erregern. Wer die Grippeviren etwas weniger auffällig abwehren will, nimmt stattdessen einfach einen Schal. "Das hilft wie ein kleiner Filter", erklärt Kreischer.

dpa/epd

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