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Wissen Haushaltskeime – das können Sie dagegen tun
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11:19 20.02.2017
Hannover

Ob Fenster, Küche oder Bad – passend zum wärmeren und helleren Frühling wird allerorts wieder zu Putzlappen und Staubwedel gegriffen. „Doch klinisch rein muss es beim Frühjahrsputz nicht sein“, sagt Eva Fritz, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg. „Die Wohnung und Kleidung müssen so sauber sein, dass sich der Mensch wohlfühlt. Dass Desinfektion im Haushalt notwendig ist, will uns nur die Werbung weismachen.“

Nur wenige Keime sind auch Krankheitserreger

Dass es im Haushalt nur so von Bakterien wimmelt, weiß auch die Hygiene-Expertin. Aber: „Nur ein geringer Teil der Keime sind wirkliche Krankheitserreger.“ In Deutschland herrsche allgemein ein hohes Hygieneniveau, so dass es beim Saubermachen immer nur um das Entfernen von Schmutz gehe. Sie warnt vor einer unnötigen Keimangst und übertriebenem Hygienewahn. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von Desinfektionsmitteln zur Bekämpfung von Bakterien im Haushalt ab. Bei einer gründlichen Säuberung mit Reinigungsmitteln werden mehr als 90 Prozent aller Oberflächenkeime entfernt, heißt es in einem Bericht. Positive Einflüsse durch bakterientötende Zusätze seien nicht festgestellt worden. Stattdessen werde das Abwasser nur unnötig belastet.

Darmkeime auf Spülschwämmen

Trotzdem lauern unerkannte Brutstätten für Krankheitserreger überall in der Wohnung. Allem voran in der Küche. Auf Spülschwämmen und -lappen tummeln sich durchschnittlich fast 20 Milliarden Bakterien – Rekord bei Haushaltsutensilien. Der internationale Global Hygiene Council, ein Zusammenschluss 17 führender Experten aus Virologie, Mikrobiologie und Immunologie, stellt den Deutschen ein schlechtes Zeugnis aus: 85 Prozent der untersuchten Spülschwämme in der Bundesrepublik seien stark belastet gewesen – auch mit Darmkeimen. Martin Exner, Mitglied des Hygiene Council und Direktor des Instituts für Hygiene in Bonn, rät dazu, Lappen mehrmals die Woche auszuwechseln oder regelmäßig zu waschen, mindestens bei 60 Grad Celsius. Dasselbe gelte auch für Geschirrhandtücher, die laut Studien ähnlich stark kontaminiert sind.

Die meisten Magen-Darm-Infekte holt man sich im eigenen Haushalt

Nach Einschätzung der Experten gehen etwa 50 bis 80 Prozent aller Magen-Darm-Infekte auf Krankheitserreger im Haushalt zurück. Idealer Nährboden für Kolibakterien oder Salmonellen ist die feuchte und warme Umgebung bei der Essenszubereitung in der Küche. Die Folgen der Infektion können Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen sein. Allein 75.016 Fälle von Norovirus und 12.558 Salmonellen-Erkrankungen hat das Robert-Koch-Institut in Berlin im vergangenen Jahr deutschlandweit registriert. 1749-mal brach EHEC, eine besondere Form der Kolibakterien, aus. „Trotzdem darf Desinfektion nur eine gezielte Bedarfsmaßnahme sein, beispielsweise wenn erkrankte Personen im Haushalt leben oder mit rohen Fleisch hantiert wurde“, sagt Exner.

Auch Schneidebretter heiß abwaschen

Ein Heißwaschprogramm verordnet Eva Fritz übrigens auch Schneidebrettern. „Um alle Keime abzutöten, müssen sie in der Spülmaschine bei Programmen über 50 Grad Celsius abgewaschen werden“, sagt sie. Zudem sollten Schneideunterlagen sowie andere Plastikbehälter jedes Jahr erneuert werden, da Risse und Rillen ideale Brutstätten für Bakterien seien. Außerdem kann sich durch die Wärme der krankheitserregende Weichmacher Bisphenol A aus dem Kunststoff lösen und ins Essen übergehen.

Alle acht bis zwölf Wochen die Zahnbürste wechseln

Keimquellen gibt es auch im Bad. So empfehlen Zahnmediziner, alle acht bis zwölf Wochen die Zahnbürste zu wechseln, weil dann die Borsten mit Keimen übersät sind. Zudem rät Exner, niemals Zahnbürsten oder Rasierklingen mit anderen zu teilen: „Mit allem, was mit Schleimhäuten oder der Haut in Kontakt kommt, müssen wir sensibel sein. Sonst können sich Krankheiten verteilen.“

Auch Kontaktlinsenbehälter sollten regelmäßig ausgewechselt werden, da in ihnen Pilze wachsen können. Durch die feuchte Lösung haben sie ideale Überlebenschancen, so dass sie sich erst auf den Linsen und später auf dem Auge ablagern können. Augenärzte raten daher alle drei Monate zum Wechsel.

Von RND/Ann-Christin Schneider

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