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09:18 13.07.2010
Wissenschaftler wollen eine Tomatensorte finden, die sich in Deutschland für den Feldanbau eignet. Quelle: Wilde

„Rote Murmel“ und „Golden Currant“ lieben es heiß. Bei den derzeit herrschenden Temperaturen kommen die beiden neuen Wildtomatensorten richtig in Schwung. Aber auch das üblicherweise kühl-feuchte norddeutsche Wetter kann ihnen wenig anhaben. Daher sind die roten und gelben Früchtchen besonders gut für den Anbau im Feld, Garten oder im Kübel auf dem Balkon geeignet. Der Vater von „Rote Murmel“ und „Golden Currant“ arbeitet an der Universität Göttingen. Pflanzenzüchter Bernd Horneburg will den Tomatenanbau im Freiland attraktiv machen und entwickelt mit seinem Team dafür widerstandsfähige Sorten.

„Wir wollen Tomaten anbieten, die Krankheiten standhalten, auch in schwierigen Lagen noch gut wachsen und außerdem gut schmecken“, sagt Horneburg. Die Aufgabe ist nicht ganz einfach, denn das beliebte rote Gemüse ist anfällig für die Kraut- und Braunfäule, eine aggressive Pilzerkrankung, die, wie Hobbygärtner jahrein, jahraus leidvoll erfahren, bei kühlem, feuchtem Wetter die Ernte erheblich dezimiert.

Tomaten kamen Anfang des vergangenen Jahrhunderts nach Deutschland und sind inzwischen das beliebteste Gemüse. Mehr als 14 Kilogramm isst jeder Erwachsene im Schnitt – Tendenz steigend. Doch die wenigsten Tomaten werden hier angebaut. Neun von zehn Tomaten stammen aus dem Ausland – meist aus Gewächshäusern. „Der lange Transportweg ist erstens ökologisch problematisch und wirkt sich zweitens schädlich auf die Qualität der Früchte aus“, sagt Tomatenforscher Horneburg.

3500 Tomatensorten haben die Göttinger Forscher in ihrem ökologischen Züchtungsprogramm seit 2003 getestet, die Top Ten ausgewählt und die besten „Eltern“ miteinander gekreuzt. Das Ergebnis: besonders widerstandsfähige Wildtomaten. „Die wachsen noch da, wo andere versagen“, schwärmt Horneburg. Die neuen Sorten würden früher reif und könnten geerntet werden, bevor der Pilz zuschlägt. Geeignet sind sie vor allem für die vielen Hobbygärtner, die ihre Tomaten selbst anbauen.

Wie aber kommt man an die neuen Sorten heran? Die offen bestäubten und nachbaufähigen Sorten sollen in Kürze auf den Markt kommen – über kleinere Saatguthandelsfirmen. „Wir brauchen aber auch dringend Profigemüsebetriebe, die die Jungpflanzen vermarkten“, sagt Horneburg. Auf dem Klostergut Reinshof südlich von Göttingen können sich Amateure und Profis am 14. August über Freilandversuche, Neuzüchtungen und die geeigneten Anbausysteme informieren.

Margit Kautenburger

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