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14:16 26.12.2018
Das Gewächshaus Eden ISS steht neben der Polarforschungsstation Neumayer III. Ein Jahr lang haben Forscher Gemüse in dem Gewächshaus angebaut. Jetzt ist das Experiment beendet. Quelle: dpa
Bremen

Eisige Einöde und Temperaturen von bis zu minus 45 Grad: Ein Jahr lang hat der Raumfahrtingenieur Paul Zabel Gemüse unter Extrembedingungen in der Antarktis angebaut. Möglich gemacht hat das ein neuartiges Gewächshaus, das in der Zukunft auch Raumfahrer auf Mond und Mars versorgen könnte. Inzwischen ist Zabels Mission als Antarktis-Gärtner auf der „Eden ISS“ beendet. Auch das Gewächshaus macht zurzeit eine Pause. Doch im neuen Jahr soll dort wieder frisches Grünzeug sprießen – diesmal allerdings ferngesteuert.

Etliche Kilo Salat, Gurken und Tomaten konnte Zabel in den vergangenen Monaten in dem Spezial-Container ernten. Dort wuchsen die Pflanzen auf einer Anbaufläche von 13 Quadratmetern ohne Erde, Tageslicht und Pestizide. Wie gut das funktioniert hat, wollen die Forscher in den kommenden Monaten auswerten. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im Mai vorliegen. Für Projektleiter Daniel Schubert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen ist das Experiment jetzt schon ein Erfolg. „Unsere Erwartungen haben sich erfüllt. Wir haben genug Essen für alle produziert.“

Umbau im Januar

Dank des Gewächshauses bekamen die Polarforscher der 400 Meter entfernten Neumayer-III-Station regelmäßig frisches Gemüse auf den Teller. Im antarktischen Winter sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und müssen normalerweise monatelang von Vorräten leben. Kulinarisch waren Salat & Co also eine absolute Bereicherung, aber hatte das auch eine positive Wirkung auf ihre Stimmung? Um das herauszufinden, hat die Besatzung in den vergangenen Monaten spezielle Fragebögen ausgefüllt, die ebenfalls bis Mai ausgewertet sein sollen.

Im Januar werden sechs Forscher erneut in die Antarktis fliegen, um das Gewächshaus umzubauen. „Wir werden alles rausreißen“, sagte Schubert. Das Team soll außerdem kaputte Geräte reparieren und neue Instrumente installieren. Danach soll es neue Pflanzen säen – diese sollen aber erstmal auf dem Trockenen bleiben. „Wir werden versuchen, den Container komplett aus Bremen zu steuern“, sagte Schubert.

Bewässerung per Knopfdruck

Mit einem Knopfdruck aus dem Kontrollraum sollen die Samen dann später Wasser bekommen, keimen und selbstständig gedeihen. Die Polarforscher sollen erst für die Ernte das Gewächshaus betreten müssen. Ähnlich sehe das Szenario bei einer echten Raumfahrtmission aus, erläuterte Schubert. Während die Astronauten auf dem Weg zum Mars sind, könnte man von der Erde aus dort bereits die Gemüsezucht starten. „Wenn die Astronauten ankommen, soll das Gewächshaus schon in voller Blüte stehen.“

Das seit Januar existierende Projekt „Eden-ISS“ ist ein geschlossenes System, ausgestattet mit künstlichem Licht, Wärme und genau gesteuerter Zufuhr von Nährstoffen und Wasser. Alles, was im Gewächshaus passiert, wird von weiteren Mitarbeitern in einem Kontrollraum in Bremen auf großen Bildschirmen überwacht. Die Kreisläufe sind geschlossen, Luft und Wasser werden immer wieder recycelt, so, wie es auch im Weltraum sein müsste.

Von RND/dpa

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