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16:45 15.07.2010
Ein Juwelen-Zackenbarsch im Great Barrier Reef vor der Küste Australiens: Mit Spezialkameras haben Forscher nun nie gesehene Arten gefilmt. Quelle: dpa

Mit ferngesteuerten Kameras haben australische Wissenschaftler in extremer Tiefe unter dem Great Barrier Reef nie gesehene Meerestiere entdeckt. Spektakuläre Aufnahmen zeigen prähistorische Fischarten und andere seltene Tiere in einer von Klimawandel und Ölpest bedrohten Lebenswelt, wie der Leiter des Forscherteams, Justin Marshall von der Universität Queensland, am Donnerstag mitteilte. Demnach schwammen den Kameras einige uralte Fischarten vor die Linse, darunter prähistorische Haie. „Da war ein Hai, den ich wirklich nicht erwartet hatte, es war eine Art Katzenhai mit einer ziemlich seltsamen Rückenflosse“, sagte Marshall. Das Team lockte die Tiere mit einem Tunfischkopf an, der an einem Stock befestigt war.

Bislang sei schlicht nicht bekannt gewesen, welche Lebensformen in dem Gebiet existieren, fügte der Meeresforscher hinzu. „Jetzt sind die Kameras in der Lage, das Verhalten und das Leben in der größten Biosphäre Australiens, der Tiefsee, aufzunehmen.“ Die besonders sensiblen Kameras wurden eigens entwickelt, um in 1400 Meter unter dem Meeresspiegel Aufnahmen zu machen. Als Nächstes sollen die Spezialkameras laut Marshall in den Golf von Mexiko geschickt werden, um die Folgen der Ölkatastrophe für die Unterwasserwelt zu dokumentieren.

Die Forschungen in dem Gebiet seien durch die Ölkatastrophe von Anfang April sowie durch die Erwärmung und Versäuerung der Meere noch dringender geworden, sagte Marshall. „Wir wollen uns das Leben in der Tiefsee anschauen und entdecken, was es dort gibt, bevor wir es auslöschen.“

Wissenschaftler warnen seit geraumer Zeit vor einer ernsten Bedrohung des 345.000 Quadratkilometer großen Great Barrier Reefs, des größten Korallenriffs der Welt, das mit seiner bunten Unterwasserwelt Taucher aus aller Welt anlockt. Am 2. April lief ein chinesischer Frachter auf dem Riff auf Grund, als er eine Abkürzung nehmen wollte. Dabei riss der Rumpf auf, und drei Tonnen Öl strömten in das als Weltnaturerbe gelistete Korallenriff. Bereits im März liefen in der Nähe des Riffs 200.000 Liter Schweröl aus, als ein in Hongkong gelistetes Schiff bei einem Zyklon beschädigt wurde.

afp

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