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20:42 15.09.2014
An 43 von 92 Tagen des meteorologischen Sommers warnte der DWD vor starken Gewittern, Niederschlägen und Sturmböen. Quelle: dpa (Symbolfoto / Archiv)

Sie rechnen künftig in Deutschland mit mehr extremen Wetterereignissen wie Starkregen. Außerdem könnten diese Ereignisse noch heftiger ausfallen als bisher, sagte der Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Paul Becker.

Der Juli „war nicht nur sehr warm, es wurde auch viel Niederschlag beobachtet“, sagte Becker. Es handle sich allerdings nicht um ein flächendeckendes Phänomen, vielmehr seien Regionen punktuell betroffen gewesen: Überflutungen gab es etwa in Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Zu Hitzeschäden kam es in Brandenburg.

Die gefährliche Wetterlage schlug sich auch in Unwetterwarnungen nieder: An 43 von 92 Tagen des meteorologischen Sommers (also die Monate Juni, Juli, August) warnte der DWD vor starken Gewittern, Niederschlägen und Sturmböen. Das sei eine Menge, betonte Becker. Der August fiel deutlich zu kalt aus.

Die hohen Niederschlagsmengen sieht der DWD-Experte in Zusammenhang mit einer Wetterlage, die man seit 1950 in Deutschland immer häufiger beobachtet: dem „Tief Mitteleuropa“. Es bringt schwülwarme Luft aus dem Mittelmeer-Raum nach Deutschland. Im Sommer führt es zu Gewittern, im Winter zu Schneeschmelzen.

Anfang Juli etwa brachte das Tief an einzelnen Tagen extreme Niederschläge in einem breiten Band quer über Deutschland. Im vergangenen Jahr war das Tief an mehreren Tagen hintereinander aufgetreten - vielerorts traten Flüsse über die Ufer. In diesem Jahr blieben Hochwasser hingegen weitgehend aus. „2014 traten vor allem kurze und kleinräumige Niederschläge auf, während es 2013 großflächige und oft mehrtägige Regenphasen gab“, erläuterte Enno Nilson von der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Nach DWD-Prognosen wird das „Tief Mitteleuropa“ das Wetter in Deutschland bis zum Ende des 21. Jahrhunderts an immer mehr Tagen beeinflussen. Die Ursachen für die Zunahme des Phänomens sind noch nicht genau geklärt. Unter anderem könnte das globale Starkwindband, der sogenannte Jetstream, eine Rolle spielen. Inwiefern der Klimawandel sich diesen Sommer gezeigt hat, lasse sich nicht beurteilen: Ein einzelner Sommer sei wenig aussagekräftig.

In den nächsten Tagen bekommt Deutschland einen kurzen Altweibersommer. Am Dienstag und Mittwoch scheine in weiten Teilen des Landes die Sonne, sagte der DWD-Meteorologe Helge Tuschy in Offenbach. Der Herbst beginnt 2014 astronomisch am 23. September.

Viel Zeit zum Eisessen oder Sonnenbaden bleibt jedoch in diesen Tagen nicht - denn schon am Donnerstag kann es laut DWD im Westen und Südwesten Schauer und Gewitter geben, am Freitag dann fast überall. Am Wochenende ist stärkerer Regen möglich und es kühlt allmählich ab. Doch auch danach könnte es nochmal mild werden.

dpa

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