Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Darum ist die erste Hotelnacht selten erholsam
Mehr Welt Wissen Darum ist die erste Hotelnacht selten erholsam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:46 21.04.2016
Großes Bett, weiche Decken: Hotels geben sich Mühe ihren Gästen einen erholsamen Schlaf zu bieten, leider klappt es nicht immer. In der ersten Nacht schlafen wir meistens schlecht. Warum? Quelle: Oliver Berg
Providence

"Wenn du das Kopfkissen wechselst, schläfst Du nicht", sagt ein japanisches Sprichwort. Jetzt haben US-Forscher herausgefunden, warum die erste Nacht in fremden Betten oft so wenig erholsam ist: Die linke Hirnhälfte verharrt in der ungewohnten Umgebung in einer Art Habacht-Stellung und bleibt wacher als die rechte, berichten Yuka Sasaki von der Brown University (Providence, US-Bundesstaat Rode Island) und Kollegen in der jüngsten Ausgabe von "Current Biology".

Überlebensinstinkt

"Wir wissen, dass Meerestiere und manche Vögel einen solchen Ein-Hemisphären-Schlaf haben, bei dem eine Hirnhälfte wach bleibt und die andere schläft", erläutert die Professorin für Kognitive Linguistik und Psychologie. Zwar würden menschliche Gehirne nicht ebenso asymmetrisch arbeiten wie die von Meerestieren. Aber womöglich "haben unsere Gehirne ein Miniatur-System dessen, was Wale und Delphine haben", sagt Sasaki.

Das Team nahm mit Hirnstrommessungen und bildgebenden Verfahren den Schlaf von 35 Freiwilligen in der ersten und der achten Nacht im Schlaflabor unter die Lupe. Ergebnis: In der ersten Nacht waren die linken Hirnhälften in der sonst erholsamen, langwelligen Tiefschlafphase besonders leicht anzusprechen.

In der linken Hemisphäre befindet sich unter anderem das sogenannte Default-Mode-Netzwerk. Es wird im wachen Zustand beim Nichtstun aktiviert, sorgt für ein gewisses Hintergrundrauschen und generiert Tagträumereien und Gedankenketten.

Das eigene Kopfkissen mitnehmen

Der Schlafforscher Dieter Riemann vom Universitätsklinikum Freiburg nennt die Studienergebnisse neu und hochinteressant. "Die Ergebnisse passen in eine Forschungsrichtung, die man "local sleep" nennt – in diesem Fall dann allerdings eher "local wakefulness". Diese geht davon aus, dass Schlaf eben kein absolut homogener Zustand des gesamten Gehirns ist."

Seiner Meinung nach lassen sich daraus generell Strategien zur Behandlung von Schlafstörungen entwickeln. "Wir gehen ja davon aus, dass bei chronischen Insomnien ein permanentes Hyperarousal (Übererregtheit) – letztendlich Ausdruck einer Habacht-Stellung – vorliegt." Bei chronischen Schlafstörungen könnten Entspannungstechniken, aber auch gezieltes Später-ins-Bett-Gehen helfen.

Um dem Fluch der ersten Nacht zu entgehen oder ihn zumindest zu lindern, empfiehlt Sasaki Reisenden, ihr eigenes Kopfkissen mitzunehmen oder stets ähnliche Hotels zu buchen. Möglicherweise seien Vielreisende jedoch auch in der Lage, die nächtliche Habacht-Stellung auszuschalten. "Menschliche Gehirne sind sehr flexibel." An der Brown University versuche man derzeit, den "wachen" Teil des Gehirns mit einer bestimmten Technik auszuschalten und zu testen, ob sich der Schlaf dadurch verbessern lasse.

dpa

Wissenschaftler befürchten, dass sich die ersten Folgen des Klimawandels in der Arktis abzeichnen: In den kommenden Monaten könnte dort so viel Eis schmelzen wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.

21.04.2016

Pornografie fördert Gewalt gegen Frauen, zerstört Familien und verwirrt Kinder – davon zumindest ist der US-Bundesstaat Utah überzeugt und erklärt Pornografie zum Gesundheitsrisiko.

20.04.2016

Mehr als 100 Liter Bier trinkt jeder Deutsche durschnittlich im Jahr. Damit hängt der Konsum des Gerstensafts sogar den von Milch ab. Hier lesen Sie kuriose Fakten rund um das alkoholische Lieblingsgetränk der Deutschen.

20.04.2016