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09:06 12.09.2014
Wie schnell ein Patient in Deutschland operiert wird, hängt von seinem Wohnort ab. Eine Studie hat ermittelt, dass es große regionale Unterschiede gibt. Quelle: dpa/Symbolbild
Gütersloh/Cloppenburg

In Städten und Landkreisen wie Bad Kreuznach, Bremerhaven oder Cloppenburg sei beispielsweise seit Jahren zu beobachten, dass dort acht Mal so vielen Kindern die Mandeln herausgenommen werden wie anderswo, erklärten am Freitag die OECD und die Bertelsmann Stiftung. Auch gibt es deutschlandweit je nach Region bei Prostata- und Blinddarm-OPs sowie beim Einsetzen eines Defibrillators am Herzen.

Bei der Zahl künstlicher Kniegelenke, bei Kaiserschnitten oder Gebärmutterentfernungen unterscheide sich die Operationshäufigkeit zwischen den einzelnen Regionen um das Zwei- bis Dreifache. Auffällig sei zudem, dass einige Städte und Kreise gleich bei mehreren Eingriffen die deutschlandweit höchsten Operationsraten aufwiesen, dazu gehörten etwa die Regionen Oberfranken in Bayern und die Pfalz in Rheinland-Pfalz.

Für die Langzeituntersuchung hat die Bertelsmann Stiftung seit 2007 die Häufigkeit von neun Operationsarten seit 2007 in allen 402 deutschen Kreisen und Städten verglichen, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verfuhr so bei den anderen europäischen Staaten. Das Ausmaß der regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands bleibe über die Jahre hinweg bei den einzelnen OP-Typen nahezu gleich, hieß es. Auch seien es überwiegend dieselben Regionen, die konstant eine auffällige Über- oder Unterversorgung aufwiesen. Rein medizinisch seien derart hohe Abweichungen ebenso wenig zu erklären wie durch Alters- oder Geschlechtsstrukturen, sagte OECD-Direktor Mark Pearson zu den Ergebnissen der Studien und kritisierte: "Große regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung sind ein klares Zeichen für Qualitäts-, Effizienz- und Gerechtigkeitsprobleme."

Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann Stiftung wies daraufhin, dass laut den Untersuchungen das Fehlen klarer medizinischer Leitlinien die Gefahr von regionalen Unterschieden vergrößert. "Leitlinien, die den Handlungskorridor der Ärzte definieren, sollte es für alle operativen Eingriffe geben", forderte sie. Ihre Einhaltung müsse dabei strenger kontrolliert werden.

epd

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