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11:58 20.02.2014
Facebook kauft WhatsApp. Doch was verspricht sich der Konzern davon? Quelle: dpa

Mit mittlerweile 450 Millionen Nutzern weltweit hat WhatsApp Chats und Kurznachrichten revolutioniert. Für viele Nutzer heißt es schon nicht mehr "Schreib mir doch eine SMS!" - sondern: "Schreib mir auf WhatsApp!"

WhatsApp ist ein kleines Programm, das sich auf den meisten Smartphones aus den Shops der Handy-Anbieter herunterladen lässt. Für einen geringen Jahrespreis unter einem Euro (in den USA unter einem Dollar) lassen sich unbegrenzt Textnachrichten, Fotos, Videos oder Sprachnachrichten zu jedem senden, der ebenfalls WhatsApp benutzt. Auch Gruppenchats sind mit der App möglich. Gesendet werden die Nachrichten nicht wie bei der SMS über das Mobiltelefon-Netz, sondern über das Internet.

Die erst 2009 gestartete Smartphone-App hat 450 Millionen aktive Nutzer, jeden Tag kam zuletzt eine Million neuer Kunden dazu. Mit 18 Milliarden Kurznachrichten pro Tag nähert sich WhatsApp bereits dem weltweitem Volumen klassischer SMS-Nachrichten. Zum Erfolg trug bei, dass über die App Nutzer verschiedener Plattformen wie Android, Apples iPhone-System iOS, Windows Phone oder Blackberry miteinander kommunizieren können. Die Verbindung läuft über das Internet, statt eines Benutzerkontos wie bei anderen Diensten ist WhatsApp an die Telefonnummer gebunden.

Bemängelt wird immer wieder der Datenschutz. Wer WhatsApp benutzt, lässt den Dienst auf seine kompletten Kontakte aus dem Telefon zugreifen. So kann die App sofort zeigen, wer aus den eigenen Kontakten ebenfalls bei WhatsApp ist. Das ist zwar bequem - aber auch unsicher.

Hamburgs Datenschützer Johannes Caspar fürchtet nach dem milliardenschweren Deal gar neue Risiken für die Nutzer. Wegen des immens hohen Preises von 14 Milliarden Euro "kann man davon ausgehen, dass eine Kapitalisierung über die personenbezgenen Daten der Nutzer erfolgen muss", warnte er am Donnerstag. Seine Behörde werde deshalb aktiv auf Facebook, das seine Deutschlandzentrale in Hamburg unterhält, zugehen. Positiv an der Übernahme sei jedoch, dass der bislang dem deutschen Datenschutz weitgehend entzogene Dienst WhatsApp nun transparenter werde.  "Dass WhatsApp sich dann künftig an das europäische Datenschutzrecht halten wird, ist (...) ganz entscheidend", betonte Caspar.

Trotzdem vieler Bedenken wächst WhatsApp weiterhin stark. Nach eigenen Angaben hat der Messaging-Dienst allein in den letzten vier Monaten des vergangenen Jahres 100 Millionen Nutzer hinzugewonnen. Konkurrenz gibt es aber auch schon zuhauf: So hat Apple für seine iPhones mit iMessage auch einen kostenlosen Messenger eingebaut. Die großen Mobilfunk-Unternehmen, darunter Telekom, O2 und Vodafone, wollen Joyn als WhatsApp-Konkurrenz etablieren. Und wer auf Sicherheit setzt und lieber verschlüsselt kommuniziert, kann mit Threema oder ChatSecure kommunizieren. Bei dem zunehmend beliebten Snapchat verschwinden Fotos und Videos nach einer bestimmten Zeit.

afp/dpa

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