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Wirtschaft Wenn der Jackpot versichert ist
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17:08 19.08.2016
Von Albrecht Scheuermann
Quelle: Fredrik von Erichsen
Hannover

Das Geschäft mit dem Glücksspiel im Internet boomt. Davon profitiert auch der private Anbieter Lottoland, der von Gibraltar aus seinen Kunden in Europa und Übersee die indirekte Teilnahme an zahlreichen Lotterien in vielen Ländern ermöglicht. Die Spannweite reicht vom deutschen 6 aus 49 bis zur spanischen Weihnachtslotterie El Gordo. Das Geschäft ist offenbar ertragreich, aber auch riskant. Schließlich muss der Glücksspiel-Anbieter zahlungsfähig sein, wenn zweistellige Millionengewinne fällig werden. Doch kein Problem: Heute kann man sich gegen Jackpot-Risiken versichern.

Am Donnerstag berichtete Lottoland über den Abschluss einer sogenannten ILS-Transaktion. Damit hat das Unternehmen aus Gibraltar, das sich zu den führenden Adressen dieses Gewerbes in Europa zählt, Risiken über insgesamt rund 100 Millionen Euro an Investoren weitergereicht. Diese kassieren dafür Prämien, dass sie finanziell einspringen, wenn Lottoland zweistellige Millionengewinne auszahlen muss.

Dies sei in diesem Jahr schon zweimal vorgekommen, erklärte das Unternehmen. So habe im Februar ein Chemnitzer Kunde 14 Millionen Euro gewonnen, drei Monate später kassierte ein 36-jähriger Berliner sogar 22 Millionen Euro.

Lottoland hatte schon im April 2015 erstmals den Kapitalmarkt an seinen Jackpot-Risiken beteiligt. Als Erfinder solcher Transaktionen sieht sich Norbert Kranz. „Alle Investoren aus der ersten Transaktion haben sich auch diesmal beteiligt“, sagt der Geschäftsführer der Beratungsfirma Inea GmbH. Investoren seien zum Beispiel Pensionskassen oder reiche Familien, die angesichts des Zinstiefs immer auf der Suche nach alternativen Investitionsmöglichkeiten sind. „Das Charmante an der Verbriefung von Jackpot-Risiken ist, dass sie in keinem Zusammenhang mit der Entwicklung der Finanzmärkte stehen und mathematisch sehr gut kalkulierbar sind“, erklärt der Experte.

Und Lottoland-Chef Nigel Birrel freut sich, dass sein Unternehmen auf diese Weise mögliche Sorgen im Kreis der Online-Tipper zerstreuen kann: „Unsere Reputation steht und fällt damit, wie zuverlässig und schnell wir auch hohe Gewinne auszahlen können.“

Das Unternehmen betreibt sein Geschäft mit einer Lizenz von Gibraltar. Auf dem britischen Miniterritorium an der spanischen Küste haben sich zahlreiche Online-Glücksspielfirmen niedergelassen. In Deutschland gilt ein staatliches Glücksspielmonopol. Deshalb bewegen sich hier Online-Angebote aus dem Ausland in einer rechtlichen Grauzone. Allerdings berufen sich die Betreiber auf die EU-Dienstleistungsfreiheit sowie Urteile des Europäischen Gerichtshofs.

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