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Wirtschaft Wall Street soll amerikanisch bleiben
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20:59 01.04.2011
Quelle: dpa (Symbolbild)

Doch schon damals waren vor allem amerikanische Politiker nicht gerade begeistert darüber, dass die Wall Street deutsch werden sollte, wie die Medien titelten. Offenbar haben sie nun Verbündete gefunden. Die US-Börsen Nasdaq OMX und die Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) wollen mit einer Gegenofferte für die Nyse Euronext die Deutschen überbieten. 42,50 Dollar je Aktie wollen sie den NYSE-Aktionären bieten, rund 19 Prozent mehr als die Deutsche Börse bisher angeboten hat. Allerdings sollen nur 1,65 Milliarden Dollar in bar fließen, die restlichen 9,65 Milliarden Dollar sollen die Aktionäre durch den Tausch von Nyse-Aktien in jeweils 0,1436 ICE-Aktien erhalten.

Bei der Deutschen Börse gab man sich erst einmal gelassen. Man halte weiterhin an den Plänen fest und sei vor allem der festen Überzeugung, dass der eigene Plan „die bestmögliche Kombination der jeweiligen Aktionäre und Stakeholder der beiden Unternehmen darstellt“. Die Anteilseigner reagierten nicht so gelassen – der Kurs der Deutschen Börse sackte um gut 3 Prozent ab. Ganz anders die Aktionäre der NYSE Euronext: Offenbar in Erwartung eines Bieterkampfes kletterte der Kurs in Paris um 16 Prozent.

Zusammen würden Nasdaq OMX und Nyse Euronext ein machtvolles Zentrum des amerikanischen und europäischen Aktienhandels bilden. Es würde sowohl das Geschäft mit Börsennotierungen in den USA dominieren als auch andere heimische Optionsmärkte in den Schatten stellen. Angeblich will Nasdaq nach erfolgreicher Übernahme die zu Nyse Euronext gehörende internationale Derivatebörse Liffe an ICE weiterverkaufen.

In Frankfurter Bankenkreisen rätselt man nun, wie die Deutsche Börse reagieren wird. Möglich wäre, dass die Frankfurter ihr Angebot nachbessern, allerdings sind sich die Experten noch nicht einig, ob die Börse dies auch tun wird. Für Börsenchef Reto Francioni wäre ein Scheitern der Pläne durchaus ein Rückschlag, auch wenn die NYSE dem Vernehmen nach eine Ausfallgebühr von knapp 350 Millionen Dollar zahlen müsste. Andererseits war auch ohne das Gegenangebot noch nicht sicher, dass die Fusion zustande kommen würde. Vor allem die EU-Kommission hatte sich durchaus kritisch zu dem Zusammenschluss geäußert.

Klaus Dieter Oehler

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