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Wirtschaft Uber sucht Nachfolger und ruhige Fahrspur
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22:42 12.06.2017
Für Uber-Chef Kalanick werden schon Nachfolger gehandelt. Quelle: EPA
San Francisco

Der Fahrdienstleister Uber erlebt momentan heftigen Gegenverkehr. Nach den Sexismus-Vorwürfen einer ehemaligen Mitarbeiterin und einem öffentlich gewordenen Video, in dem Uber-Chef Travis Kalanick heftig mit einem Mitarbeiter diskutiert, versucht der Verwaltungsrat nun gegenzusteuern. Die Kalifornier haben ein Paket von Gegenmaßnahmen beschlossen, wollen Details aber erst am Dienstag veröffentlichen. Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte der Fahrdienst-Vermittler nach den Beratungen in der Nacht zum Montag. Ihr Inhalt solle aber zunächst am Dienstag der Belegschaft vorgestellt werden.

Wie turbulent die Lage beim Unternehmen aus San Francisco ist, ließ das „Wall Street Journal“ durchblicken. So soll der Verwaltungsrat am vergangenen Wochenende offen über eine Auszeit von Uber-Boss Kalanick diskutiert haben. Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheißen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für drei Monate beurlaubt werden. Der Verwaltungsrat habe zwar darüber gesprochen, aber die Entscheidung Kalanick selbst überlassen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen. Es sei unklar, ob es dazu kommen werde. Ein mehrmonatiger Urlaub für Kalanick könnte außerhalb des Unternehmens auch als Bestrafung aufgefasst werden. Zudem wäre unklar, wie in dieser Zeit die Führung bei Uber geregelt werden soll.

Eine Reihe von Nachfolgern werden gehandelt

Das Branchenmagazin „Recode“ hat für den möglichen Abgang bereits die Liste einiger potenzieller Nachfolger veröffentlicht. Während für die Spitzenposition die Chefin für das Nordamerikageschäft, Rachel Holt, gehandelt wird, spekuliert das Magazin auch mit einem mehrere Mitglieder starken Komitee statt einer einzelnen Führungsposition.

Unterdessen verlässt Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, das Unternehmen, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eine E-Mail an die Mitarbeiter berichtete. Demnach blieb in der E-Mail offen, ob Michael sich selbst zurückzog oder dazu gedrängt wurde. Sein Abgang war in Medienberichten als eine Maßnahme im Bericht der Holder-Kommission genannt worden. Michael stand bereits seit 2014 in der Kritik, nachdem er in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Uber erlebte 2017 einen wahren Führungskräfte-Abmarsch

Der Abgang Michaels und die Posse um Kalanick ist nur ein trauriger Höhepunkt der letzten Monate, in denen Uber einen Fachkräfte-Exodus erleiden musste. So warfen Präsident Jeff Jones, Vizepräsident Ed Baker und der leitende Sicherheitsexperte Charlie Miller in diesem Jahr bereits das Handtuch. Zudem musste Technik-Experte Amit Singhal nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung Uber verlassen.

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie berüchtigte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete. Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt - und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. Kalanick durchlebt gerade zudem eine persönliche Tragödie: Seine Mutter starb vor wenigen Wochen bei einem Bootsunfall, sein Vater wurde dabei schwer verletzt. Der Uber-Chef verbringe deswegen derzeit viel Zeit mit seinem Vater, hieß es in Medienberichten.

Von RND/dpa

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