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Wirtschaft Tech-Giganten verlieren an Börsenwert
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14:45 10.06.2017
Heftig traf es die Technologiewerte-Indizes: Der Nasdaq Composite büßte nach zwischenzeitlich noch kräftigeren Verlusten 1,80 Prozent auf 6207,92 Punkte ein und der Nasdaq 100 sackte um 2,44 Prozent auf 5741,94 Zähler ab. Quelle: dpa
New York

Zwar schafften es alle wichtigen Indizes im frühen Handel auf Rekordstände. Doch anschließend zollte vor allem die Technologiebörse Nasdaq ihrer starken Entwicklung Tribut und rutschte tief in die Verlustzone. Hier belasteten die Kursabschläge einiger zuletzt rekordhoher Schwergewichte.

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,42 Prozent fester bei 21 271,97 Punkten, womit er einen Großteil seines Tagesgewinns ins Ziel rettete. Dagegen rutschte der marktbreite S&P-500-Index ins Minus und verlor letztlich 0,08 Prozent auf 2431,77 Punkte.

Vor allem der Nasdaq büßt ein

Heftig traf es die Technologiewerte-Indizes: Der Nasdaq Composite büßte nach zwischenzeitlich noch kräftigeren Verlusten 1,80 Prozent auf 6207,92 Punkte ein und der Nasdaq 100 sackte um 2,44 Prozent auf 5741,94 Zähler ab. Beide Indizes sind seit Jahresbeginn allerdings auch deutlich stärker gestiegen als Dow und S&P 500. Ein Experte vermutete eine Umschichtung aus Technologie- in Bankaktien als Grund für die auseinander laufende Entwicklung der Standardwerte- und Tech-Indizes.

Die Talfahrt an der Nasdaq habe mit der Warnung eines Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs begonnen, dass die niedrige Volatilität bei einigen Werten die Anleger blind für die Risiken durch Geschäftszyklen und wettbewerbsrechtliche Bestimmungen mache, sagte ein Händler. „So einen Rutsch wie heute habe ich schon lange nicht mehr gesehen.“ Angesichts des zuletzt guten Laufs sei eine solche zwischenzeitliche Korrektur aber auch „gar nicht ungesund“.

Apple verliert am meisten

Die Aktien einiger erfolgsverwöhnter Technologie-Giganten, die zuletzt von einer Bestmarke zur nächsten geeilt waren, erlitten herbe Kursverluste. Für den auch im Dow gelisteten iPhone-Hersteller Apple ging es als Schlusslicht um 3,88 Prozent bergab. Microsoft-Titel verloren 2,27 Prozent und Facebook büßten 3,30 Prozent ein. Bei Amazon stand ein Minus von 3,16 Prozent zu Buche, und bei der Google-Mutter Alphabet ging es um 3,40 Prozent nach unten.

Gewinne dagegen in der Bankenbranche

JPMorgan und Goldman Sachs setzten dagegen mit Gewinnen von 2,37 beziehungsweise 1,68 Prozent die gute Entwicklung der vergangenen Tage fort und belegten vordere Plätze im Dow. Ähnliches galt im S&P 500 für Bank of America, Morgan Stanley, Wells Fargo und Citigroup.

Die Bankenbranche hatte bereits an den vergangenen Tagen von einer guten Stimmung profitiert. Zuletzt billigte das US-Abgeordnetenhaus mit den Stimmen der Republikaner einen umfassenden Gesetzentwurf zur Deregulierung der Wall Street. Nach der Vorlage sollen wesentliche Teile von Reformen, die als Konsequenz aus der Finanzkrise von 2008 verabschiedet worden waren, wieder zurückgenommen werden. Im Senat dürfte die Vorlage in der vorliegenden Form aber chancenlos sein. Hier müssten die Republikaner mehrere Demokraten auf ihre Seite bringen, um eine Abstimmungsblockade zu verhindern.

Euro bleibt stabil

Bei den Düngemittelherstellern sorgten Berichte, wonach sich die Führung des russischen Branchenvertreters Uralkali Anfang kommender Woche mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko trifft, für Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des vor Jahren zerbrochenen Kalidünger-Kartells: Für die Aktien der an der Wall Street gelisteten Konkurrenten Mosaic und Potash ging es um jeweils mehr als 4 Prozent hoch.

Der Eurokurs zeigte sich vergleichsweise wenig bewegt vom Ausgang der britischen Parlamentswahlen. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1195 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1176 (Donnerstag: 1,1229) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8948 (0,8906) Euro gekostet. Richtungweisende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren verloren 4/32 Punkte auf 101 16/32 Punkte und rentierten mit 2,20 Prozent.

Von RND/dpa