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Wirtschaft Stiftung Warentest kritisiert „absurde“ Konto-Gebühren
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09:40 22.08.2017
Geldverdienen ist in der Zinsflaute nicht einfach für Banken und Sparkassen. Die Zeche zahlen oft die Kunden Quelle: dpa
Frankfurt/Berlin

Banken und Sparkassen verlangen von ihren Kunden nach Einschätzung der Stiftung Warentest teils „absurde“ Gebühren für die Kontoführung. Weil sich Strafzinsen bei Privatkunden schwer durchsetzen ließen, werde mit viel Kreativität dort kassiert, wo es leicht gehe: beim Girokonto.

Die Verbraucherschützer nahmen 231 Kontomodelle von bundesweit 104 Instituten unter die Lupe (Stichtag 3. Juli). Nur in 23 Fällen seien die Konten kostenlos „ohne Wenn und Aber“, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest (Heft 9/2017).

Wer mehr als 60 Euro Gebühren zahlt, sollte wechseln

In anderen Fällen müssen Kunden demnach etwa beim Geldabheben am Automaten Gebühren zahlen, wenn sie diesen Service außerhalb der Filialöffnungszeiten nutzen. Häufig wird zudem derjenige zur Kasse gebeten, der am Schalter eine Überweisung einreicht anstatt diese selbst online zu tätigen.

Und auch die Girocard, die für das bargeldlose Bezahlen im Einzelhandel ebenso notwendig ist wie für das Geldabheben am Bankautomaten, lassen sich etliche Institute mit bis zu 15 Euro im Jahr teuer bezahlen.

Für Kunden sei es schwer, „den Wust neuer und alter Gebühren zu durchblicken“, bilanzieren die Tester. Wer jedoch jährlich inklusive der Kosten für die Kreditkarte mehr als 60 Euro für sein Girokonto zahle, sollte sich ein neues Konto suchen, rät die Stiftung Warentest. Dazu müsse man mitunter nicht einmal die Bank wechseln, sondern nur das Kontoangebot.

Die Stiftung Warentest untersuchte in ihrem Kontotest alle bundesweit tätigen Institute und Direktbanken, drei Kirchenbanken, alle Sparda- und PSD-Banken sowie pro Bundesland die jeweils größten Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken.

So einfach geht der Konto-Wechsel

Ein Konto kostet Geld. Wie viel Gebühren die Banken und Sparkassen verlangen, ist aber sehr unterschiedlich. Gegen steigende Gebühren haben Verbraucher aber ein simples Mittel: Sie können einfach ihr Konto wechseln. Und dafür bekommen sie sogar Hilfe, wie die Verbraucherzentrale Bremen erklärt. Ob das Konto bei einer Filialbank oder als reines Online-Konto geführt wird, ist dabei egal. Und so geht es:

Gestartet werden kann der Wechsel von der neuen Bank aus. Dafür müssen Kunden ein Konto eröffnen und das neue Geldinstitut zur Kontowechselhilfe ermächtigen. Das sollte sowohl online als auch in der Filiale funktionieren. Den Umzug übernimmt dann die neue Bank.

Sie fordert innerhalb von zwei Geschäftstagen bei der alten Bank eine Liste der bestehenden Daueraufträge und der vorhandenen Informationen zu erteilten Lastschriftmandaten. Ebenfalls angefordert werden alle verfügbaren Informationen über eingehende Überweisungen und Lastschriften aus den vergangenen 13 Monaten.

Die alte Bank muss innerhalb von fünf Geschäftstagen alle angeforderten Informationen liefern. Zugleich darf sie Daueraufträge nicht mehr ausführen und auch Lastschriften nicht mehr akzeptieren. Das Konto wird zu einem vom Kunden gewünschten Termin geschlossen. Restguthaben wird auf das neue Konto überwiesen. Die neue Bank richtet alle Daueraufträge ein und informiert auch Einzahler wie zum Beispiel den Arbeitgeber über die neue Kontoverbindung.

Beim Kontoumzug sollten Kunden aber besser kleinere Probleme mit einplanen. „Lassen Sie das alte und neue Konto einige Zeit parallel laufen“, rät Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale. Auf dem neuen Konto sollten am Anfang die Buchungen kontrolliert werden. „So können Sie sicher sein, dass am Ende auch alle Zahlungen erfasst sind und jeder über Ihre neue Kontoverbindung informiert ist.“

Von bender