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19:18 12.07.2017
Daimler hat in der Abgasaffäre bei Diesel-Autos möglicherweise noch massiver manipuliert als bisher bekannt. Quelle: dpa
Stuttgart

Schwere Vorwürfe gegen Daimler: Der Autohersteller soll von 2008 bis 2016 in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben. Das geht aus einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stuttgart hervor, den die Süddeutsche Zeitung (SZ), NDR und WDR einsehen konnten. Der Beschluss sei der SZ zufolge die Grundlage für eine Razzia gewesen.

Widerruf der europaweiten Zulassung möglich

Ende Mai hatten 23 Staatsanwälte und 230 Polizisten in Baden-Württemberg und drei anderen Bundesländern Objekte von Daimler und anderen Firmen, die mit dem Autobauer in Verbindung stehen, durchsucht. Dabei wurden große Mengen an Daten und Unterlagen sichergestellt.

Dem Bericht nach seien mehr als eine Millionen Fahrzeuge in den USA und Europa betroffen, die mit den Motoren OM 642 und OM 651 ausgestattet sind. Diese sind in mehreren Fahrzeugserien verbaut, darunter in mehreren Mercedes-Klassen.

Daimler habe offenbar die unzulässige Abschalteinrichtung entgegen der Vorschriften dem Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nicht offengelegt. Die Autos und Kleintransporter mit den betroffenen Motoren seien deswegen auf dem europäischen Markt nicht zulassungsfähig gewesen. Es bestehe die Gefahr einer Stilllegungsverfügung, heißt es im Durchsuchungsbeschluss.

Daimler hat Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen

Daimler hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Das EU-Recht erlaube, die Abgasreinigung teilweise auszuschalten, um die Motoren vor Schäden zu schützen, so der Konzern. Daimler werde weiterhin „vollumfänglich mit den Behörden kooperieren“, teilte ein Sprecher der Tagesschau auf Anfrage mit. Insgesamt seien bei rund 50.000 Fahrzeugen der V-Klasse „freiwillige Servicemaßnahmen“ durchgeführt und außerdem ein Software-Update auf Fahrzeuge der Kompaktklassen aufgespielt worden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nach Messungen des KBA mit Daimler auf die Nachrüstung von lediglich 247.000 Mercedes-Fahrzeugen verständigt.

Von RND/abr

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