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Wirtschaft Schokolade ist oft mit Mineralöl belastet
Mehr Welt Wirtschaft Schokolade ist oft mit Mineralöl belastet
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13:01 29.06.2017
Ein Genuss für viele: Schokolade. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Viele Schokoladentafeln sind mit Mineralöl belastet. Das zeigt eine Stichprobe der Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe Juli 2017). Von 40 getesteten Tafeln war nur eine einzige nicht zu beanstanden, zwölf weitere wiesen nur leicht überhöhte Werte auf.

Am besten schnitt die Aldi-Süd-Marke „Choceur“ in der Sorte Feinherb Nuss ab. Auch Ritter Sport und Feodora fielen positiv auf. Bei anderen Discounter-Schokoladen fanden sich hingegen stark erhöhte Mengen an Mineralölen, zum Teil auch bei Bioprodukten.

Am schlechtesten schnitten in dem Test gleich fünf verschiedene „Moser Roth“-Schokoladen von Aldi ab. Ebenfalls Bedenken äußerten die Tester bei der „Ja! Zartbitterschokolade“ von Rewe, Zartbitterschokolade von Hachez, „J.D. Gross“ Edelschokolade von Lidl und die „Tip Schokolade Alpenvollmilch“ von Real.

Stoffe gelangen über Verpackung in die Schokolade

Mineralöle stammen aus Rohöl. Unterteilt werden sie in zwei Hauptgruppen: gesättigte und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH). MOSH reichert sich in Lymphknoten, Leber und anderen Organen an und kann diese schädigen. In der Gruppe der MOAH befinden sich Substanzen, die Krebs erregen können.

Das Mineralöl gelangt über die Verpackungen in die Schokolade. Kartonverpackungen sind besonders kritisch, wenn sie aus Altpapier bestehen, das Mineralöl aus Druckfarben enthält.

Hersteller sollten die Schokolade in diesem Fall durch eine zusätzliche Umverpackung schützen. Verpackungen sind aber nur eine Möglichkeit: Die Kakaobohnen können auch durch den Transport in Jutesäcken mit Mineralöl in Kontakt kommen oder durch Erntemaschinen.

Folgenschwerer Test von Adventskalender-Schokolade

Neu ist der Umstand nicht: Schon in früheren Tests von Schokoladenprodukten wurden Bestandteile von Mineralöl nachgewiesen – so etwa 2012, als die Stiftung Warentest bei der Prüfung von 24 Adventskalender in jedem Testobjekt fündig wurde.

In neun Kalendern waren die Werte in einem kritischen Bereich – ein Kalender wurde nach dem Test sogar von dem Anbieter aus dem Verkauf genommen.

Ob der aktuelle Schokoladen-Test ähnlichen Folgen haben wird bleibt abzuwarten. Laut „Ökotext“ steckte in einem Produkt mehr als 40 Milligramm MOSH pro Kilogramm, dazu MOAH. Der gemessene Wert liegt damit zehnmal so hoch wie die angelegte Obergrenze.

Von dpa/RND/zys