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Wirtschaft Samsung stellt Produktion von Galaxy Note 7 ein
Mehr Welt Wirtschaft Samsung stellt Produktion von Galaxy Note 7 ein
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12:08 11.10.2016
Nach neuen Berichten von Verbrauchern über brennende Smartphones des Typs Galaxy Note 7 stellt Samsung das Gerät eingültig ein. Quelle: dpa
Seoul

Nach neuen Berichten von Verbrauchern über brennende Smartphones des Typs Galaxy Note 7 stellt Samsung das Gerät eingültig ein. Die Produktion des Note 7 werde nicht mehr wiederaufgenommen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Technologieunternehmens am Dienstag.

Die Sicherheit der Kunden sei oberstes Ziel, daher habe das Unternehmen eine „endgültige Entscheidung getroffen“, die Produktion zu stoppen, teilte Samsung mit.

Zuvor hatte Samsung den weltweiten Verkauf und den Austausch der Geräte bereits gestoppt. Die betroffenen Geräte „können überhitzen und stellen ein Sicherheitsrisiko dar“, hieß es. Erst vor wenigen Wochen hatte Samsung eine globale Austauschaktion für das im August eingeführte Note 7 wegen Brandgefahr der Akkus in die Wege geleitet. 

Von der Vorstellung bis zum Produktionsstopp

Für Samsung ist das Debakel mit dem Smartphones Galaxy Note 7 damit komplett. Schon nach dem am Montag verkündeten Verkaufsstopp hatte die Börse reagiert: Der Kurs der Aktie von Samsung Electronics war nach Beginn des Handels an der Börse in Seoul um rund fünf Prozent ein.

Experten waren zuvor davon ausgegangen, dass der Skandal um die explosionsgefährdeten Akkus das Unternehmen bis zu zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) kosten könnte.

Der Produktionsstopp erfolgt rund zwei Monate nach der Vorstellung des Galaxy Note 7. Ein Rückblick:

  • 2. August: Samsung stellt das „Phablet“ mit der Bildschirm-Diagonale von 5,7 Zoll vor. Das Vorzeigemodell soll im oberen Preissegment punkten, in dem Apple mit seinen iPhones stark ist. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet später, Samsung habe sich beeilt, es deutlich vor dem September-Marktstart des iPhone 7 auf den Markt zu bringen.
  • 19. August: Das Galaxy Note 7 kommt in mehreren Ländern in den Handel. Nach und nach gibt es Berichte von Nutzern über brennende oder zumindest überhitzte Telefone. Ein Überblick über das Ausmaß des Problems fehlt zunächst.
  • 2. September: An dem Tag, an dem das Note 7 unter anderem auch in Deutschland breit in den Handel kommen sollte, gibt Samsung eine weltweite Rückrufaktion bekannt. Zunächst ist von 35 bestätigten Zwischenfällen die Rede.
  • 8. September: Die US-Flugaufsicht FAA und dann auch ihr europäisches Pendant EASA verbieten, Geräte des Modells in Flugzeugen zu nutzen oder aufzuladen. Sie dürfen auch ausgeschaltet nicht ins aufgegebene Gepäck.
  • 16. September: In den USA gibt es auch einen offiziellen Rückruf über die Verbraucherschutz-Behörde CPSC. Dabei werden deutlich mehr Fälle bekannt. Allein in dem Land seien demnach 26 Verbrennungen und 55 Fälle von Sachbeschädigung gemeldet worden.
  • 19. September: Samsung leitet den Austausch der Geräte ein. Zugleich wird der Verkauf von Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Mio Euro) bekannt. Die Kosten des Rückrufs für Samsung werden auf mindestens eine Milliarde Dollar (rund 900 Mio Euro) geschätzt.
  • 22. September: Die südkoreanische Behörde für Technologie und Standards (KATS) fordert von Samsung vor der Wiederaufnahme des Verkaufs zusätzliche Sicherheitsprüfungen. Unter anderem solle jede Batterie für das Gerät einem Röntgentest unterzogen werden.
  • 27. September: Samsung kündigt an, dass das Note 7 in Europa am 28. Oktober wieder regulär in den Handel kommen soll.
  • 5. Oktober: Ein gerade ausgeschaltetes Note 7 gerät in einem Flugzeug, das vor dem Abflug noch am Gate steht, in Brand. Nach Darstellung des Besitzers ist es bereits ein Austauschgerät.
  • 9. Oktober: Es werden vier weitere Fälle bekannt, in denen US-Verbraucher von Bränden mit Ersatzgeräten berichten. Zwei davon füllten demnach in der Nacht ein Schlafzimmer mit Rauch. Ein Telefon soll sich in den Händen eines 13-jährigen Mädchens in einer Schule entzündet haben. Die Mobilfunk-Anbieter AT&T, Verizon und T-Mobile US geben an ihre Kunden gar keine Note 7 mehr heraus.
  • 10. Oktober: Mehrere Medien berichten, Samsung setzte die Produktion des Geräts erneut aus. Vom Unternehmen heißt es dazu nur, die Produktionsplanung werde „vorläufig angepasst“.
  • 11. Oktober: Samsung stoppt den Verkauf des Note 7 erneut. Kunden werden aufgefordert, auch die Ersatzgeräte nicht mehr zu benutzen. Samsung ermutigt sie zudem, ihre Geräte gegen andere Modelle einzutauschen oder sich den Kaufpreis zurückerstatten zu lassen.
  • 11. Oktober: Samsung bestätigt den Produktionsstopp des Galaxy Note 7.

Von dpa/RND/zys