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Wirtschaft Nobelpreis für Wirtschaft geht an Hart und Holmström
Mehr Welt Wirtschaft Nobelpreis für Wirtschaft geht an Hart und Holmström
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16:16 10.10.2016
In diesem Jahr geht der Wirtschaftsnobelpreis an Bengt Holmström und Oliver Hart (r.) Quelle: The Nobel Foundation
Stockholm

Der Nobelpreis für Wirtschaft 2016 geht an Oliver Hart und Bengt Holmström. Die Wissenschaftler bekommen die Auszeichnung für ihren Beitrag zur Kontrakttheorie, wie die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekanntgab.

Der US-Forscher Hart lehrt an der Elite-Universität Stamford, der Finne Holmström am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), ebenfalls in den USA. Beide Forscher hätten verschiedene Aspekte der Vertragstheorie beleuchtet – von der leistungsbezogenen Bezahlung von Managern bis zum Selbstbehalt bei Versicherungen und der Privatisierung von staatlichen Aufgaben, erklärte die Jury. Ihre Forschungen seien wertvoll für das Verständnis von Vertragskonstrukten.

Die mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotierte Auszeichnung geht anders als die klassischen Nobelpreise nicht auf das Testament des schwedischen Erfinders Alfred Nobel zurück. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich, um bedeutende Ökonomen zu würdigen.

Erst ein Deutscher gewann den Wirtschaftsnobelpreis

Offiziell heißt er deshalb „Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel“. Verliehen wird die Auszeichnung aber gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

Während die Stockholmer Jury seit der ersten Preisvergabe 1969 vor allem US-Ökonomen mit der Auszeichnung bedacht hat, kommen die Preisträger der vergangenen beiden Jahre aus Europa. 2014 bekam der Franzose Jean Tirole den Preis für seine Forschung über Marktmacht und Regulierung. Im vergangenen Jahr erhielt der Schotten Angus Deaton die Auszeichnung, der aber wie viele andere Preisträger in den USA lehrt.

Nach Deutschland ging der Preis in den vergangenen Jahren erst einmal. 1994 ehrte das Nobelkomitee den Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten. Zudem wurde die Ehre bislang nur einer Frau zuteil: 2006 bekam die US-amerikanische Umwelt-Ökonomin Elinor Ostrom die Auszeichnung.

Der Nobelpreis für Wirtschaft

Streng genommen ist der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gar kein Nobelpreis. Jedenfalls geht er nicht auf den letzten Willen des Dynamiterfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurück.

Der Schwede hatte in seinem Testament nur bestimmt, dass Preise in Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden vergeben werden sollten. Den Wirtschaftspreis stiftete die schwedische Reichsbank in Erinnerung an Nobel nachträglich 1968.

Im Jahr darauf wurde die Auszeichnung erstmals verliehen - und zwar an den Norweger Ragnar Frisch und den Niederländer Jan Tinbergen, „für die Entwicklung und Anwendung dynamischer Modelle zur Analyse von ökonomischen Prozessen“.

Seitdem sind vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet worden - allerdings nicht in den letzten zwei Jahren: 2014 bekam der Franzose Jean Tirole den Preis, 2015 erkannte die Jury ihn dem britisch-amerikanischen Wissenschaftler Angus Deaton zu.

Bislang hat nur ein Deutscher die Auszeichnung bekommen: Der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten erhielt ihn 1994 mit zwei anderen Ökonomen.

Überreicht wird der Wirtschaftspreis gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen am 10. Dezember, Nobels Todestag.

Von dpa/RND