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Wirtschaft Kurierfahrer wollen Betriebsrat gründen
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20:32 24.01.2018
Mitte Februar wollen die Kurierfahrer von Deliveroo in Köln einen Betriebsrat wählen. Quelle: dpa
Köln

Die Fahrradkuriere des Essenslieferdienstes Deliveroo, der Restaurants die Möglichkeit bietet, über mobile Küchen auch Nutzer weitab von ihren Lokalen zu versorgen, proben den Aufstand: Mitte Februar wollen die Radfahrer des Unternehmens in Köln nach Informationen des Wirtschaftsmagazins Bilanz einen Betriebsrat wählen.

Deliveroo wird bereits seit einiger Zeit wegen schlechter Arbeitsbedingungen kritisiert. Selbstständige Kuriere, die laut Unternehmensangaben etwa 40 Prozent der Belegschaft ausmachen, erhalten in Deutschland als Einstiegssatz 5 Euro pro Lieferung. Die niedrige Bezahlung hatte auch schon in Großbritannien, wo das Unternehmen 2013 gegründet wurde, zu Streiks geführt.

Proteste weiten sich aus

Im Sommer 2017 kam es dann auch in Berlin zu Protesten: Fahrer von Deliveroo und dem größten Wettbewerber Foodora, das zum börsennotierten Konzern Delivery Hero gehört, forderten in einer gemeinsamen Kampagne, dass die beiden Unternehmen die Kosten für die Ausrüstung und für Fahrradreparaturen übernehmen.

Hoffnung auf mehr Verhandlungsmöglichkeiten

Die Gewerkschaft der Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Deliveroo-Fahrer erhoffen sich durch die Gründung des Betriebsrates bessere Verhandlungsmöglichkeiten, etwa „über eine Verschleißpauschale der Fahrräder oder Smartphones, die meist das Privateigentum der Beschäftigten sind, über eine gerechte Verteilung von Boni-Systemen oder eine Beteiligung des Arbeitgebers bei der Bereitstellung von Winterausrüstung“.

Deliveroo erklärte laut Bilanz, man stehe „im aktiven Austausch mit allen Fahrern, die mit uns in Deutschland kooperieren, um sicherzustellen, dass sie weiterhin gern mit uns arbeiten. Das belegt auch die hohe Zufriedenheit der Fahrer. Wir führen den Dialog auf unterschiedlichste Weise – über den Betriebsrat als auch verschiedene andere, bereits etablierte Formen.“

Von RND/fw

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