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Wirtschaft Flugbegleiter-Streik: Was Kunden jetzt wissen müssen
Mehr Welt Wirtschaft Flugbegleiter-Streik: Was Kunden jetzt wissen müssen
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21:01 26.10.2016
Eurowings-Flugbegleiter streiken am Donnerstag in Düsseldorf und Hamburg. Quelle: dpa
Mörfelden-Walldorf

Im Tarifstreit bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings hat die Kabinengewerkschaft Ufo ihre Mitglieder zu einem Streik an diesem Donnerstag aufgerufen. Der Ausstand sei von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr geplant, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit.

Bei Eurowings sind die Standorte Düsseldorf und Hamburg betroffen, bei Germanwings zudem auch Köln, Dortmund, Hannover, Stuttgart und Berlin. Damit ist nahezu das gesamte Europanetz der Lufthansa-Billig-Plattform Eurowings von Ausfällen und Verspätungen bedroht. Wie viele Flüge deshalb ausfallen, ist noch unklar. Langstreckenflüge sollen bei Eurowings nicht ausfallen. Voraussichtlich werden mehr als 50.000 Fluggäste vom Streik betroffen sein.

Welche Rechte haben Kunden in dem Fall? Ein Überblick:

1) Eurowings muss eine Ersatzbeförderung anbieten

Die Fluggesellschaft muss Kunden so schnell wie möglich eine alternative Beförderung anbieten. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung auf einen anderen Flug möglich. Die Airline kann jedoch auch andere Transportwege anbieten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Verschiebt sich ein Flug nur um wenige Stunden, können Kunden warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Fällt der Flug jedoch definitiv aus oder verspätet sich um mehr als fünf Stunden, dürfen sie das Ticket zurückgeben. Dann gibt es das Geld zurück.

2) Die Fluggesellschaft muss Kunden versorgen

Verschiebt sich der Flug wegen eines Streiks, haben Passagiere nach EU-Recht Anspruch auf Essen und Getränke. Meist erhalten sie dafür Gutscheine von der Fluggesellschaft oder - bei einer Pauschalreise - vom Veranstalter. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter auch die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

3) Passagiere haben kein Recht auf Entschädigung

Nach aktueller BGH-Rechtsprechung liegt im Fall eines Streiks höhere Gewalt vor. Das bedeutet: Reisenden steht keine Entschädigung zu, wenn der Flug ausfällt oder sich mehr als drei Stunden verspätet. Das gilt unter der Bedingung, dass die Airline alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

4) Bei einer Pauschalreise lässt sich der Preis mindern

Verpassen Pauschalreisende durch den Streik wertvolle Urlaubszeit, dürfen sie den Reisepreis mindern. Denn der Veranstalter muss seine Leistungspflichten erfüllen. Sitzt ein Kunde zwei Tage am Flughafen fest, kommt das Unternehmen dieser Pflicht nicht nach. Bei Kurzreisen kann der Kunde unter Umständen sogar kostenlos von der Reise zurücktreten und sein Geld zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es aber nicht.

Weitere Informationen zum Streik, hat Eurowings in einem Bericht veröffentlicht. Passagiere, die aus Düsseldorf oder Hamburg starten, können unter folgendem Link den Status ihrer Flüge einsehen.

Von RND/dpa