Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Deutsche-Bahn-Chef Grube tritt zurück
Mehr Welt Wirtschaft Deutsche-Bahn-Chef Grube tritt zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:53 30.01.2017
Rüdiger Grube. Quelle: dpa
Berlin

Rüdiger Grube ist am Montag mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG zurückgetreten. Das berichteten übereinstimmend die Nachrichtenagentur dpa und „Spiegel Online“. Sie beriefen sich auf Angaben aus dem Aufsichtsrat des Konzerns. Das Gremium tagte am Montag. Grube sei verärgert, dass sich der Aufsichtsrat nicht an Absprachen gehalten habe, schrieb „Spiegel Online“.

Grubes Vertrag sollte verlängert werden

Eigentlich sollte Grube mindestens zwei weitere Jahre an der Spitze der Deutschen Bahn bleiben. Der Aufsichtsrat wollte den Dienstvertrag mit dem 65-Jährigen bis Ende 2019 oder Ende 2020 verlängern. Das Gremium hatte sich bereits im Dezember auf eine Verlängerung festgelegt, die Laufzeit des neuen Kontrakts aber offen gelassen.

Vor der Sitzung des Aufsichtsrats am Montag sei Grube aber zugesichert worden, dass der Vertrag um drei Jahre bis Ende 2020 verlängert werden, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Im Gegenzug habe der 65-Jährige auf eine Gehaltserhöhung verzichtet, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. In der Sitzung der Kontrolleure am Montag habe man ihm dann aber doch nur zwei weitere Jahre als Vorstandschef geben wollen. Daraufhin habe Grube dem Kontrollgremium vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben.

Grube stand seit 2009 an der Spitze des Staatskonzerns mit rund 40 Milliarden Euro Umsatz.

Rüdiger Grube: Abruptes Ende als Bahnchef

Mit 65 Jahren ist die Karriere von Rüdiger Grube bei der Deutschen Bahn vorbei. Trotz dieses Alters war das nicht geplant. Grube hat seine Aufgabe sehr gemocht – das war ihm bis zu seinem letzten Arbeitstag anzumerken, und weiterarbeiten wollte er sowieso noch lange. Er war der Mann, der die Bahn nach dem harten Sparkurs seines Vorgängers und Freundes Hartmut Mehdorn auf einen anderen, kooperativeren Kurs führte.

Unter Grube baute die Bahn wieder Arbeitsplätze auf. Er versprach, sich intensiv um das „Brot-und-Butter-Geschäft“ zu kümmern, den Personenverkehr im Inland. Zugleich versuchte er, auch das internationale Geschäft anzukurbeln, zum Beispiel mit dem Zukauf des europäischen Bus- und Bahnbetreibers Arriva. Das trug ihm auch Kritik ein.

Der Manager Grube sah sich selbst als „hanseatischer Kaufmann“. Seine Umgangsformen sind zuvorkommend, sein Sprache offen und klar. Unzufriedene Kunden rief er regelmäßig selbst an. Nach Anfangserfolgen wurden die Probleme des Konzerns 2015 in mehreren Sparten größer, besonders im Schienengüterverkehr. Das Programm „Zukunft Bahn“ sollte die Wende bringen. Teilerfolge etwa bei der Pünktlichkeit der Züge konnte er bis zu seinem Rücktritt vorweisen.

Der Sohn eines Hamburger Obstbauern hatte sich vom Berufsschullehrer zum Daimler-Vorstand und dann 2009 zum Bahnchef hochgearbeitet. Privat war 2015 für Grube ein Glücksjahr, in dem der zweifache Vater zum zweiten Mal heiratete: Er gab der Fernsehköchin Cornelia Poletto das Jawort.

Von RND/wer/dpa

Zahlreiche US-Unternehmen haben das von Präsident Trump verhängte Einreiseverbot heftig kritisiert. Eine ganz besondere Idee hat Starbucks-Chef Schultz.

30.01.2017

Der japanische Autobauer Toyota hat die Krone als größter Autobauer der Welt an Volkswagen verloren. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass der japanische Branchenprimus die Führung als größter Autobauer abgeben musste.

30.01.2017

Die Abschottungspolitik von Donald Trump könnte laut Wirtschaftsexperten 1,6 Millionen deutsche Arbeitsplätze kosten. Vor allem die Exportindustrie werde unter dem neuen US-Präsidenten leiden.

29.01.2017