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14:34 31.01.2018
Schneebedeckte Berge und diverse Pisten – ein Traum für Skifahrer. Quelle: dpa
München

Der diesjährige Winter zieht Skifahrer, Snowboarder und Tourengeher noch auf die Pisten, da denkt die Branche schon ans nächste Jahr. Auf der Sportartikelmesse Ispo in München (bis 31. Januar) stellen die Ausrüster ihre Produkte für den Winter 2018/19 vor. Ein Blick auf die wichtigsten Entwicklungen:

Tourengehen

Das ist noch immer das große Ding. „Ich sehe Zeichen dafür, dass es inzwischen eine eigene Disziplin ist. Es hat sich eine eigene Branche drumherum entwickelt“, erklärt Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins. Zwar ist der Sport aus Aufstieg und Abfahrt nicht mehr ganz neu, aber neu genug, dass viele Hersteller immer noch einen Fokus bei den Entwicklungen darauf legen. Ziel: die Ausrüstung besser abzustimmen.

Rauf und runter: Skitourengehen ist angesagt - und die Ausrüstung ist mehr denn je für Aufstieg und Abfahrt ausgelegt. Quelle: dpa

Mehrere Hersteller stellen auf der Ispo Skier und Bindungen vor, die für Auf- und Abstieg gleichermaßen gut funktionieren sollen. Vor allem bei den Schuhen zeigen sich Innovationen: „Sie sind bisher ein Kompromiss fürs Rauf- und Runtergehen“, sagt Bucher. „Jetzt gibt es immer mehr Modelle, die in beiden Bereichen gut sind.“

Auch für Snowboarder in dieser Variante wird gefeilt. So stellen einige Hersteller neue Splitboards vor: teilbare Snowboards für den Aufstieg. Doch Bucher erwartet keinen großen Hype mehr um das Thema: „Das Tourengehen mit Snowboards war zwar eine Zeit lang in Mode, aber es ist keine größere Bewegung geworden.“ Das Problem: „Viele Berge sind nicht fürs Snowboard geeignet.“ Denn flache Passagen und Gegenanstiege bremsen es aus.

Der Blogger Julian Witting testet die Ispo-Trends im Video:

Grip Walk

Nur wenige Jahre nach Einführung des Systems aus Bindung und Skischuh mit Profilsohle setzt sich Grip Walk als Standard durch. Ab dem Winter 2018/19 werden sich alle namhaften Hersteller von Skiausrüstungen der Grip-Walk-Technologie bedienen und ihre neuen Produkte umrüsten. Das sogenannte Grip-Walk-System an Skischuhen hat eine spezielle Sohle aus Gummi im Vorderbereich und an der Ferse des Schuhs.

Eine gummierte Profilsohle unter dem Alpin-Skischuh erleichtert das Laufen, gerade auf Schnee und Eis. Quelle: dpa

Ski

Die Hersteller setzen bei den Pistenski einen Fokus auf Rennski. Dabei werden Technologien verbaut, die Spitzenathleten nutzen. Sie haben zum Beispiel Materialmischungen, die für mehr Dynamik sorgen oder die Schwingungen des Skis bei der Fahrt ausgleichen sollen. Aber es gibt eine Alternative: Mit wechselnden Beschreibungen und Namen setzt sich für Gelegenheitsfahrer das durch, was Andreas König vom Deutschen Skiverband als Genussski bezeichnet: ein Ski, der Fehler verzeiht und zugleich eine hohe Geschwindigkeit fahren kann. Auch Tobias Streibl vom Deutschen Skilehrerverband erkennt einen Trend zu einem breiteren Ski, der harmonischer und komfortabler ist.

Rossignols neuer Rennski der überarbeiteten Serie Hero nutzt eine aus dem Profibereich bekannte Technologie, die Schwingungen bei der Fahrt ausgleicht. Quelle: dpa

Bekleidung

Nachhaltigkeit bleibt bei der Kleidung ein wichtiger Aspekt für Hersteller. Dabei erwarten Verbraucher mehr als bloß einen grünen Anstrich. „Der Kunde achtet darauf, ob die Hersteller liefern, was sie versprechen“, erklärt Louisa Smith, Textilexpertin der Ispo.

Daneben soll laut Smith wieder etwas mehr Farbe zurück auf Pisten und Hänge kommen. Im Ispo-Trendbericht ist sogar die Rede von „farbenfroh“. So lehne sich die Farbgebung zum Beispiel an die Palette von Nordlichtern an oder biete softe Töne im Retro-Look. Doch ist neben den Dauerbrennern etwa in Form von Neonfarben nach wie vor vornehmlich Dezentes zu sehen.

Die Farben der Wintersporbekleidung sind in der kommenden Saison inspiriert von Nordlichtern. Quelle: dpa

Von dpa/RND