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10:54 21.07.2017
420 Tage benötigten ältere Arbeitslose im vergangenen Jahr, um ihre Erwerbslosigkeit zu beenden. Quelle: dpa
Berlin

Ältere Arbeitslose brauchen deutlich länger um wieder einen Job zu finden als junge. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach benötigten Arbeitslose zwischen 55 und 65 Jahren, die in den vergangenen zwölf Monaten einen neuen Job fanden, im Schnitt 420 Tage, um ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Im Durchschnitt aller Altersklassen waren es nur 266 Tage. Damit dauert die Arbeitslosigkeitsdauer bei Älteren 58 Prozent länger als bei allen Arbeitslosen. Die monatsdurchschnittliche Chance aus der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt zu finden, lag für 55- bis 65-Jährige bei 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Schnitt aller Altersklassen lag die Chance bei 6,6 Prozent.

„Ältere werden bei Neueinstellungen häufig links liegen gelassen, und dass obwohl die Wirtschaft sie in ihren Hochglanzbroschüren als motivierte und qualifizierte Alternative preist, kritisiert die grüne Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer. „Diese Diskrepanz zwischen Sonntagsreden und Praxis der Arbeitgeber ist weder gerechtfertigt noch klug“, so Pothmer weiter. Ältere Arbeitslose seien im Durchschnitt deutlich besser qualifiziert als jüngere, erklärte die Arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Zwei Drittel der über 55-jährigen Arbeitslosen verfügten entweder einen beruflichen oder einen akademischen Abschluss, im Durchschnitt seien es nur etwas mehr als die Hälfte. „Die Betriebe müssen sich endlich gegenüber älteren Bewerbern öffnen und ihre Potenziale und Erfahrung nutzen“, forderte Pothmer. „Wer ältere Arbeitslose auf dem Abstellgleis stehenlässt, darf sich über Fachkräfteengpässe nicht beschweren.“

„Jüngere mögen schneller sein, aber Ältere kennen die Abkürzung.“

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wies den Vorwurf der systematischen Benachteiligung Älterer zurück. „Die Fakten sprechen eine andere Sprache“, erklärt ein Sprecher. Bei den 60- bis 64-Jährigen habe sich die Beschäftigung seit 2000 verdreifacht. „Deutschland gehört europaweit zur Spitzengruppe bei der Beschäftigung Älterer“, so der BDA-Sprecher. „Ältere werden immer nötiger gebraucht.“

Auch Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, glaubt nicht an eine systematische Diskriminierung. Fehlende Mobilität oder der familiäre Bindungen könnten auch Erklärungen für die längere Jobsuche sein, sagte Schmidt dem RND. Grundsätzlich würden Arbeitnehmer mit Erfahrung für die Unternehmen immer wichtiger. „Jüngere mögen schneller sein“, sagt Schmidt, „aber Ältere kennen die Abkürzung.“

Von RND/Andreas Niesmann

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