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Wirtschaft Saisonal ist besser als Bio
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13:57 27.06.2017
Gesund und klimaschonend: Häufiger das Fahrrad nehmen – auch beim Einkauf. Quelle: iStockphoto
Braunschweig

Gut sollen Nahrungsmittel schmecken, keine Allergien auslösen, möglichst aus regionalem Anbau stammen und zu fairen Preisen gehandelt werden. Immer mehr Verbraucher versuchen, bewusst einzukaufen. Wir haben ein paar Tipps, wie man dabei auch etwas Gutes für den Klimaschutz tun kann.

Kartoffeln statt Reis

Die Beilage macht’s: Wer auf Salzkartoffeln statt Reis setzt, belastet das Klima 38 Mal weniger. Das Dumme ist, wir machen genau das Gegenteil: Der Verbrauch von Kartoffeln ist seit den Fünfzigerjahren auf ein Drittel gesunken, der von Reis im selben Zeitraum um das Dreifache gestiegen. Dabei ist die Ökobilanz von Reis schlecht. Beim Reisanbau in gefluteten Feldern sind Mikroorganismen aktiv, die das extrem klimaschädliche Treibhausgas Methan freisetzen. Eine Alternative zu Reis sind Graupen. Die geschälten und polierten Gersten- oder Weizenkörner sind z.B. ideal für Risotto.

Bio ist nicht immer erste Wahl

Im Bio-Anbau werden keine synthetischen Dünger und Pflanzenschutzmittel verwendet. Die Folge: Die Emissionen von Treibhausgasen liegen bei Bio-Lebensmitteln 10 bis 35 Prozent niedriger als bei konventioneller Ware. Bio ist in Sachen Klimaschutz besser – so lange die Lebensmittel nicht aus Übersee kommen. Dann schlägt die konventionelle Birne vom benachbarten Obstbauern die importierte Bio-Mango. Optimal in Sachen Umweltschutz ist die heimische Bio-Birne. Der Saisonkalender zeigt, wann es welches Obst und Gemüse bei uns gibt: https://www.verbraucherzentrale.de/saisonkalender

Freiland ist das neue Regional

Es macht einen großen Unterschied, ob wir deutschen Kopfsalat im Sommer oder im Winter kaufen. Im Winter müssen für die Produktion Gewächshäuser beheizt werden, weshalb der Energieverbrauch 15 Mal höher ist wie im Sommer. Die gute Nachricht: Wer Obst und Gemüse aus Deutschland wählt, kann ansonsten in den meisten Fällen davon ausgehen, dass diese im Freiland angebaut wurden. „Nur rund vier Prozent der gesamten Gemüse-Ernte bei uns stammt aus Gewächshäusern“, sagt Sabine Klein von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die schlechte Nachricht: Ausgerechnet unser Lieblingsgemüse kommt nicht aus dem Freiland. Tomaten, Salatgurken und Paprika sind sehr wärmebedürftig und stammen im kommerziellen Anbau immer aus Gewächshäusern. Und manchmal eben auch der Salat. Tipp: Im Sommer öfter zu deutscher Freilandware wie Blumenkohl, Lauch, Kohlrabi, Möhren oder Zwiebeln greifen.

Wochenmärkte und Hofläden

Bei Lebensmitteln, die wir auf dem Markt oder direkt beim Erzeuger kaufen, fällt nicht nur die oft aufwändige Verpackung weg, sondern auch der lange Transportweg. Supermarkt-Ware wird dagegen erst zum Großmarkt gebracht und dann über die jeweilige Zentrale zum Laden – und das alles gekühlt, also mit zusätzlichem Energieaufwand. Aber auch auf dem Markt sollte man nachfragen, woher das Gemüse stammt und wie es angebaut wurde. Denn: „Auch für Marktstände und Hofläden wird Ware zur Ergänzung des Angebots zugekauft“, sagt Expertin Sabine Klein.

Fahrrad statt Auto

Wer mit dem Auto zum Einkaufen fährt, pustet die eingesparten Schadstoffe schnell wieder raus. Eine zehn Kilometer lange Autofahrt verursacht so viele Treibhausgase wie der Anbau von 17 Kilo Gemüse. Durchschnittlich fünf Kilometer sind wir zum nächsten Supermarkt, Bioladen oder Wochenmarkt unterwegs – meistens mit dem Auto. Dabei kann man Wege bis fünf Kilometer entspannt mit dem Fahrrad fahren und Wege bis einen Kilometer zu Fuß gehen. Geht nicht? Dann bestellen Sie eine Biokiste, dann ist zumindest nur ein Auto für viele Haushalte unterwegs.

Äpfel von der Streuobstwiese

Äpfel gibt es immer? Schon, aber frisch aus der Region kommen sie nur in der Zeit von August bis November. Danach stammen sie aus gekühlten Lagern oder werden von Ländern der Südhalbkugel importiert. Besonders klimafreundlich sind Äpfel in der Saison. Versuchen Sie doch mal, welche von einer Streuobstwiese zu bekommen – auf dem Markt oder ab Hof. Dort werden im Gegensatz zu Plantagen keine Pestizide und Dünger eingesetzt.

Reste? Gibt’s nicht!

Eine vierköpfige Familie könnte im Schnitt 935 Euro pro Jahr sparen. Geld, das sprichwörtlich in der Tonne landet. Denn: 22 Prozent der eingekauften Lebensmittel werden in Industrieländern weggeworfen. Vor allem Obst, Gemüse und Brot. Dabei lässt sich alles verwerten: Die leicht angetrocknete Wassermelone zum Beispiel wird mit Eiswürfeln im Mixer zu einem erfrischenden Smoothie, die in der Pfanne gerösteten Brotreste machen sich zusammen mit Tomate und Gurke gut im Brotsalat und die geschmolzenen Schokoladenreste werden mit frischem Obst zum Schoko-Fondue.

Vegetarisch ist nicht immer klimafreundlicher

Pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kartoffeln oder Vollkornbrot bekommen sowohl aus gesundheitlicher als auch aus klimapolitischer Sicht grünes Licht. Rindfleisch verbraucht zum Beispiel im Gegensatz zu frischem Gemüse mehr als das 80-fache an klimaschädlichen Emissionen. Das heißt aber nicht, dass Vegetarier zwangsläufig weniger Treibhausgase in die Luft schicken. Denn: Butter, Sahne und sehr fetthaltige Käsesorten sind nicht viel besser als Fleisch. Im Gegenteil: Die Herstellung von Butter verbraucht im Vergleich zu Gemüse das 164-fache an klimaschädlichen Emissionen - und toppt damit sogar Rindfleisch. Tipp: Auf fettärmere Milchprodukte wie Frischkäse, Quark oder Joghurt setzen und öfter nur mit pflanzlichen Zutaten kochen.

Von Monika Herbst/RND

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