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Wirtschaft Reilly garantiert Bestand deutscher Opel-Werke
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16:32 06.07.2010
Opel-Chef Nick Reilly am Montag im Werk Eisenach. Quelle: dpa

Der Autobauer Opel will auch ohne Staatshilfe an allen vier deutschen Standorten festhalten. „Wir planen in Deutschland keine Werksschließungen“, bekräftigte Opel-Chef Nick Reilly in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag).

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte jüngst den Antrag des Autoherstellers auf Bürgschaften in Milliardenhöhe abgelehnt. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) kündigte daraufhin an, Opel auch ohne deutsche Hilfe zu sanieren. Dennoch ging bei den Mitarbeitern in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach die Angst um, GM könne mehr als die bereits angekündigten 4000 Stellen in Deutschland abbauen. Dem erteilte Reilly nun abermals eine Absage: „Der Plan steht und er wird nicht verändert. Es ist der beste Sanierungsplan für Opel. Und General Motors wird alles alleine finanzieren.“

Der Opel-Chef machte jedoch zur Bedingung, dass die Märkte bald wieder anziehen. „Einfach wird es nicht, 2011 schwarze Zahlen zu schreiben, die Sanierung kostet viel Geld. Wir rechnen mit einer schwarzen Null vor Sondereffekten für das Gesamtjahr.“ Ziel des Autobauers sei es, unabhängiger vom schwachen europäischen Markt zu werden. Opel müsse neue Exportmärkte wie etwa China erschließen.

Nach der aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden in Deutschland im Juni 25 510 Opel zugelassen, was im Vergleich zum Juni 2009 einem Minus von 37 Prozent entspricht. Jedoch haben auch andere Hersteller nach dem Ende der Abwrackprämie mit ähnlich hohen Einbrüchen zu kämpfen. Beim Anteil der Neuwagenzulassungen rangiert Opel (8,8 Prozent Marktanteil) hinter Volkswagen, BMW/Mini und Mercedes auf Platz vier.

Reilly bekräftigte außerdem die Pläne für einen neuen Sportwagen, der an den Manta anknüpfen solle. „Bei Coupés haben wir noch eine Lücke im Portfolio. Die wollen wir schließen.“ Auch das Vorhaben, einen Kleinstwagen zu bauen, werde weiter verfolgt. „Es ist noch Platz für einen Opel unterhalb des Corsas, als modisches Auto für junge Leute. Das wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.“ Reilly nannte aber erneut keinen Produktionsstandort für den „Junior“, auf den Eisenach hofft.

Reilly gestand ein, dass das Ringen um Opels Zukunft den Wert der Marke beschädigt habe - jedoch nicht mit globalen Auswirkungen. „Hier in Deutschland hat das Opel-Image sehr gelitten; außerhalb von Deutschland so gut wie gar nicht. Ich denke, wir werden vier bis fünf Jahre brauchen, um wieder dahin zu kommen, wo wir einst waren.“

dpa

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