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Wirtschaft Nokia streicht 4000 Stellen
Mehr Welt Wirtschaft Nokia streicht 4000 Stellen
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08:21 28.04.2011
Die Aussichten bei Nokia sind für die Mitarbeiter düster. Quelle: dpa (Archiv)

4000 Arbeitsplätze werden abgebaut, 3000 weitere Jobs ausgelagert: Nokias Mitarbeiter bezahlen nun den Preis für die Krise des finnischen Mobilfunkkonzerns. Der Weltmarktprimus bei Handys hat den Aufsprung auf die Smartphone-Welle verpasst und kämpft nun um den Anschluss ans lukrative Marktsegment.

Dabei soll auch eine Zusammenarbeit mit Microsoft helfen, die das Betriebssystem der neuen Nokia-Generation liefern. Doch die ersten Windows-Handys kommen frühestens zum Weihnachtsgeschäft in die Läden, und bis dahin hat der Konzern eine Durststrecke zu überbrücken. Nokias Marktanteil bei Mobiltelefonen ist von 40 auf nur noch 29 Prozent gefallen. Bei Smartphones fiel man gar von 41 auf 26 Prozent zurück und verdient mit diesen viel weniger Geld als die führenden Konkurrenten. Pro Gerät sank der Erlös von 156 auf 147 Euro, während Apple für sein iPhone das Vierfache einstreicht. Der hohe Marktanteil bei Billighandys, die um die 40 Euro einbringen, kann den Rückstand bei den Computertelefonen nicht ausgleichen.

Deshalb will Nokia die Betriebskosten bis 2013 um eine Milliarde Euro reduzieren. 4000 Jobs werden bis Ende 2012 gestrichen. Betroffen sind davon vor allem die Niederlassungen in Finnland, wo 1400 der 13 000 Arbeitsplätze verschwinden und Dänemark, wo in der Entwicklungsabteilung 950 der 1200 Mitarbeiter gehen müssen. Auch das Forschungszentrum im rumänischen Cluj und die britische Filiale werden stark verkleinert. Die deutschen Standorte in Ulm und Berlin sind davon nicht berührt. Die Entlassenen arbeiten vorrangig für die Betriebssysteme Symbian und Meego, die in der künftigen Nokia-Strategie keine Rolle mehr spielen.

Die Weiterentwicklung von Symbian wird Mitte dieses Jahres an den Technikdienstleister Accenture ausgelagert. 3000 Nokia-Mitarbeiter in China, Finnland, Indien, Großbritannien und den USA wechseln dabei den Arbeitgeber. Ihre Zukunft ist unsicher. Symbian, das 2007 noch einen Marktanteil von 64 Prozent hatte, hat den Wettstreit gegen iPhone und Googles System Android verloren und wird auch von Nokia nur für schon bestehende Modellreihen am Leben gehalten. Stattdessen bauen die Finnen künftig auf Microsoft-Technik. Die Windows-Handys sollen an den finnischen Standorten Tampere und Salo sowie in Peking und San Diego gebaut werden.

Nokia informierte seine Angestellten am Mittwoch in Großveranstaltungen in Finnland über den Stellenabbau. Konzernchef Stephen Elop versprach Hilfe bei Umschulung und Stellensuche, vor Jahresende soll niemand entlassen werden. Finnlands konservativer Finanzminister Jyrki Katainen betonte, dass es Nokias Sache sei, der Belegschaft beizustehen, schloss jedoch auch staatliche Hilfsprogramme nicht aus.

Nokia rechnet mit einer schwachen Entwicklung für den Rest des Jahres: wer will schon ein Smartphone mit einem Betriebssystem kaufen, an das der Hersteller selbst nicht mehr glaubt?

Hannes Gamillscheg

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