Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft „Mere“: Was hat es mit dem russischen Discounter auf sich?
Mehr Welt Wirtschaft „Mere“: Was hat es mit dem russischen Discounter auf sich?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 29.01.2019
Verkaufsoffensive im Osten: In Leipzig öffnet die erste Mere-Filiale der russischen Discounterkette Torgservis. Der Billig-Supermarkt lockt Kunden mit Produkten zum Tiefstpreis. Quelle: dpa
Leipzig

Mehrfach wurde die Eröffnung verschoben, am 29. Januar 2019 ist es nun aber so weit: In Leipzig öffnet die erste deutsche Filiale des russischen Supermarkt-Discounters Torgservis. Das Deutschlandgeschäft läuft unter dem Namen „Mere“ und ist zunächst auf die ostdeutschen Bundesländer beschränkt. Langfristig sollen Standorte in ganz Deutschland folgen.

Neben Leipzig werden in den nächsten Monaten Mere-Filialen in Zwickau und 100 weiteren Standorten in Ostdeutschland eröffnet. Allerdings nur in Städten ab 80.000 Einwohnern. Somit könnten demnächst noch in Berlin, Dresden, Halle, Chemnitz, Magdeburg, Rostock, Erfurt, Potsdam, Jena, Cottbus, Gera und Schwerin Filialen eröffnet werden.

Mere: Discounter aus dem tiefsten Sibirien

Hinter dem Supermarkt steckt das russische Einzelhandelsunternehmen Torgservis mit Sitz in Krasnojarsk. Die Großstadt (ca. 970.000 Einwohner) liegt rund 4.100 Kilometer östlich von Moskau in Sibirien. Knapp 1.000 Kilometer sind es bis zur mongolischen Grenze.

In Deutschland wird der Supermarkt unter dem Namen „Mere“ geführt, was rumänisch für Apfel ist. Neben Russland betreibt Torgservis Supermärkte in Rumänien, Kasachstan, Weißrussland, Polen und China. Zuständig für das deutsche Geschäft ist die TS Markt GmbH, welche 2017 gegründet wurde und ihren Sitz in Berlin hat.

Mere bietet Lebensmittel von der Palette

Die Strategie der Unternehmensführung ist simpel: Billigware en masse. Um das hinzubekommen, wird an allen Ecken und Kanten gespart: zum Beispiel bei der Gestaltung der Ladenräume. Videos im Internet zeigen Filialen, in denen sich Produkte auf Holzpaletten stapeln. Zum Teil werden die Waren noch nicht einmal in Regale geräumt, verkauft wird quasi direkt aus dem Karton.

In Leipzig, wo am 29. Januar die erste Mere-Filiale eröffnet, hat man sich auf 930 Quadratmetern in einem ehemaligen Aldi eingemietet. Auch in anderen Belangen folgt der russische Discounter dem Vorbild des deutschen Konkurrenten, zumindest aus dessen Anfangszeit: Günstig dank einfach.

Verzicht aufs Shopping-Erlebnis

„Jeden Tag nur Tiefstpreise“, so das Motto des Unternehmens. In Deutschland soll Mere so den hiesigen Discountern das Leben schwer machen. Und diese haben sich ihren neuen Konkurrenten aus dem Osten im Grunde selbst eingebrockt. In den letzten Jahren haben Aldi, Lidl und andere deutsche Supermarktketten viel in ihr Erscheinungsbild investiert. Auch die Produktauswahl ist größer geworden.

Mere verzichtet dagegen auf Marken und Ambiente, Wohlfühl-Shoppen? Fehlanzeige. Gerade in Zeiten, in denen deutsche Verbraucher auf hochwertige Produkte und ökologisch verantwortungsvolle Hersteller setzen, sticht das Konzept von Mere heraus. Lebensmittel einkaufen ist in Deutschland längst zu einem Statussymbol geworden. Der russische Discounter folgt einer anderen Maxime: „Nichts fürs Auge, aber dafür fürs Portemonnaie“.

Das Sortiment umfasst neben Lebensmitteln auch Haushaltswaren, Tierbedarf, Drogerieartikel und Bekleidung. Günstige Produkte, die meisten davon Eigenmarken, die in Deutschland so gut wie niemand kennt. Die Zielgruppe wird vornehmlich in strukturschwachen Gegenden gesucht. Ob sie sich von dem Angebot überzeugen lässt, bleibt abzuwarten.

Von RND/pf

Wirtschaft Chinesisches Telekom-Unternehmen - USA erheben Anklage gegen Huawei

Das chinesische Telekom-Unternehmen Huawei sieht sich erheblichen Vorwürfen der USA gegenüber. Das Justizministerium in Washington hat jetzt offiziell Anklage erhoben. Es geht vor allem um Iran-Sanktionen und Industriespionage. Der Konzern streitet die Vorwürfe ab.

29.01.2019

Immer mehr Menschen reisen mit dem Flugzeug. Im Jahr 2018 gab es in Deutschland so viele Starts und Landungen, wie noch nie. Die Entwicklung stellt Flughäfen vor neue Herausforderungen – und bringt einen klaren Gewinner hervor.

28.01.2019

Der Streik bei Audi in Ungarn hat jetzt auch Folgen für das deutsche Werk der VW-Tochter. Über 10.000 Mitarbeiter müssen wegen fehlender Motoren eine Zwangspause einlegen.

28.01.2019