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21:19 11.04.2011
Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hat lange gekämpft – und muss nun doch gehen. Quelle: dpa

Auslöser des Führungswechsels waren tiefrote Zahlen bei der australischen Hochtief-Tochter Leighton. Nachfolger an der Spitze des Bauunternehmens soll Frank Stieler werden, der seit 2009 das Hochtief-Europageschäft verantwortet. Die Essener müssen zudem ihre Gewinnziele senken. Der Grund ist das tiefe Minus bei Leighton. Die Hochtief-Aktie gab am Montag um mehr als 9 Prozent nach.

Lütkestratkötter wird mit Ablauf der Hauptversammlung am 12. Mai aus dem Vorstand ausscheiden. Versüßt wird ihm sein Abschied mit einer Abfindung von 4,08 Millionen Euro. Die Vereinbarung orientiere sich an einer Klausel, die Mitgliedern des Hochtief-Vorstands für den Fall, dass ein anderer Aktionär die Macht im Konzern übernimmt, innerhalb von sechs Monaten das Ausscheiden ermögliche, sagte Lütkestratkötter bei einer Telefonkonferenz. Vorgesehen ist dort eine Abfindung von zweieinhalb Jahresbezügen.

Lütkestratkötter (Spitzname: „Dr. Lü“) hatte lange für die Unabhängigkeit des Unternehmens gekämpft und dabei wohl das Vertrauen von ACS und dessen Lenker Pérez verloren. „Man kann es zwangsläufig nicht allen recht machen“, sagte Lütkestratkötter. Das spanische Unternehmen hält nach eigenen Angaben mehr als 40 Prozent der Hochtief-Anteile und will die Mehrheit erlangen.

Der designierte Hochtief-Chef Stieler ist laut Aufsichtsratskreisen der Wunschkandidat von ACS. Entsprechend euphorisch fiel die Reaktion aus Madrid aus: „Mit Frank Stieler hat der Aufsichtsrat eine hervorragende Wahl für die künftige Führung von Hochtief getroffen, und wir begrüßen diese Entscheidung. Seine Ernennung garantiert einen nahtlosen Übergang.“ Stieler habe die „volle Unterstützung und unser volles Vertrauen“.

Derzeit verhandelt Hochtief nach Lütkestratkötters Angaben mit den Spaniern über einen Vertrag, in dem das Miteinander beider Unternehmen geregelt werden soll. „Wir müssen Spielregeln für die neue Situation festlegen“, sagte der scheidende Vorstandschef.

Er steht seit April 2007 an der Hochtief-Spitze. Damals trat er die Nachfolge des heutigen BDI-Präsidenten Hans-Peter Keitel an.

Zum Führungswechsel dürften auch schlechter laufende Geschäfte beigetragen haben. Hochtief rechnet für dieses Jahr mit einem Vorsteuergewinn, der nur noch etwa halb so hoch ausfällt wie im Vorjahr. Der Grund: Die australische Tochter Leighton – bisher eine Ertragsperle – prognostizierte einen Verlust von 427 Millionen australischen Dollar (312 Millionen Euro) für das im Juni zu Ende gehende Geschäftsjahr. Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte Leighton noch einen Gewinn von 480 Millionen Dollar (350 Millionen Euro) als Ziel genannt.

Die australische Tochter kämpft unter anderem mit Verspätungen und Kostenexplosionen beim Bau einer Entsalzungsanlage in Melbourne. Außerdem wurde ein Großprojekt am Flughafen in Brisbane von der Flutkatastrophe zurückgeworfen. Allein hier erwartet Leighton einen Vorsteuerverlust von 430 Millionen australischen Dollar. Beide Bauprojekte seien von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, heftigen Niederschlägen und Winden betroffen gewesen, sagte Lütkestratkötter.

Die Leighton-Aktie wurde in der vergangenen Woche vom Handel ausgesetzt, nachdem Spekulationen über eine Kapitalerhöhung die Runde gemacht hatten. Leighton bestätigte nun, dass man 757 Millionen australische Dollar an frischem Kapital einsammeln wolle. Lütkestratkötter kündigte an, dass sich auch Hochtief in vollem Umfang an der Kapitalerhöhung beteiligen werde. Die Kosten bezifferte er auf 298 Millionen Euro. Damit werde der Anteil des Essener Unternehmens an Leighton bei 54,1 Prozent bleiben.

Matthias Armborst und Uta Knapp

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