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20:20 03.02.2015
Von Stefan Winter
Hilfe vom ADAC: Am häufigsten macht auch in modernen Autos die Batterie schlapp. Quelle: Julian Stratenschulte
München

Die Pannenstatistik 2013 sparte sich der ADAC - vor einem Jahr steckte er gerade selbst mit der größten „Panne“ seiner Geschichte in den Schlagzeilen fest. Dieses Jahr war sie wieder eine Meldung wert, verbunden mit vertrauensbildenden Maßnahmen bei den „Gelben Engeln“. „Wir haben uns auf der Hauptversammlung 2014 ganz bewusst entschieden, strikt zwischen Geschäftsbereichen und Verein zu unterscheiden“, sagte Vizepräsident Thomas Burkhardt: „Diese Reform wird länger dauern.“

Eine Veränderung betrifft die Batterie, häufigste Fehlerquelle im Auto und bisher ein Nebengeschäft des Clubs und seiner Pannenhelfer. Exakt 709.939-mal rückten ADAC-Fahrzeuge im vergangenen Jahr wegen schlapper Batterien aus. Nicht selten wurde bisher an Ort und Stelle gleich eine neue Batterie verkauft - und der Helfer bekam für Verkaufserfolge eine Prämie. In Zukunft soll das anders laufen: Die Mitglieder bekommen Rabatt, wenn sie das Neuteil beim Pannenhelfer kaufen. Und sie erhalten ein Messprotokoll, das den Austauschbedarf belegt. Wie die Pannenhelfer über den Wegfall der Prämie hinweggetröstet werden, ist noch offen. „Sie sollen ja nicht weniger Geld verdienen“, sagte Club-Vizepräsident Thomas Burkhardt.

Es ist nicht die einzige Veränderung in der Grauzone zwischen Club und Kommerz. Verabschiedet hat sich der ADAC bereits von Plänen für eine eigene Werkstattkette, die beim Ausbruch des Skandals schon weit gediehen waren. Auch aus dem Betrieb von Fernbussen zieht sich der Club zurück, es drohten dauerhaft hohe Verluste.

Umso mehr wird die Pannenhilfe wieder Kern des Angebots. Knapp 300 Millionen Euro, rund zwei Drittel der Beitragseinnahmen, hat der ADAC dafür nach eigenen Angaben 2014 ausgegeben. Das Geld sei in die technische Ausstattung ebenso geflossen wie in die Ausbildung der Pannenhelfer. In diesem Jahr soll eine neue IT-Plattform aufgebaut werden, um die Hilfe und die Anbindung der „Gelben Engel“ an die Zentrale zu verbessern. Nach ADAC-Angaben haben bereits 2,9 Millionen Mitglieder die Pannenhilfe-App des Clubs auf ihr Smartphone geladen, die automatisch den Standort des Pannenautos übermittelt.

An den sogenannten Assistance-Diensten will man festhalten. Dabei machen Pannenhelfer ihren Job nicht für die Mitglieder, sondern kommerziell im Auftrag von Herstellern wie Mercedes und Opel. Diese lassen den von ihren Kunden gebuchten Mobilitätsservice vom ADAC abwickeln. 170.000 solcher Leistungen habe man 2014 erbracht - bei insgesamt 3,9 Millionen Pannenhilfen. Der ADAC habe diese Einsätze genauso behandelt wie die für eigene Mitglieder, sagte der zuständige Geschäftsführer Mahbod Asgari: Alle Betroffenen hätten im Durchschnitt 45 Minuten auf einen Helfer warten müssen.

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