Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Getreidepreise ziehen wegen der Hitzewelle kräftig an
Mehr Welt Wirtschaft Getreidepreise ziehen wegen der Hitzewelle kräftig an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:59 13.07.2010
Die Trockenheit lässt das Getreide früher reifen, deshalb hat die Ernte auch in Niedersachsen schon begonnen. Quelle: Gossmann

Die Agrarbörsen haben bereits reagiert: Seit einigen Tagen gibt es bei den Getreidepreisen „heftige Ausschläge nach oben“, wie Konrad Weiterer, Sprecher der Geschäftsführung des Landhandelsunternehmens Weiterer in Algermissen, am Montag berichtete. Grund seien die wegen der seit Wochen anhaltenden Hitze und Trockenheit nach unten korrigierten Schätzungen für die anlaufende Ernte. Nicht nur in Deutschland, auch in großen Anbauländern wie Frankreich, Russland und der Ukraine werde wegen der Dürre mit Ernteeinbußen gerechnet. Gleichzeitig ist die Nachfrage laut Weiterer hoch. Das treibe die Preise.

Gestern wurde die Tonne Weizen an der Pariser Agrarbörse Matif, an der sich der Landhandel in Niedersachsen orientiert, mit gut 160 Euro gehandelt, wie Weiterer sagte. Das sei ein Anstieg von etwa 15 Prozent innerhalb weniger Tage. Vor Jahresfrist hatte der Weizenpreis bei 130 Euro gelegen, war dann während der Ernte aber weiter gefallen. Das könnte diesmal anders sein. Wenn die Trockenheit noch länger anhält und die Ernte geschädigt wird, dürften die Preise nach Einschätzung von Weiterer, der auch Vorsitzender des privaten Agrargewerbes Niedersachsen ist, weiter klettern. „Wir erleben Wettermärkte, die die Börsen widerspiegeln.“

Kaum geschadet hat die Hitzewelle offensichtlich der Gerste, die jetzt von den Landwirten eingebracht wird. Weil die Kornreife weitgehend abgeschlossen sei, würden durchschnittliche bis gute Erträge erwartet, wie der Getreideexperte sagte. Anders beim Weizen, der sich noch in der Reifephase befindet und deshalb unter der Trockenheit leidet. Vor allem auf leichten Böden wie in Brandenburg oder der Lüneburger Heide könne es zu starken Ernteeinbußen und Qualitätsverlusten kommen, so Weiterer. Verglichen damit sei das Risiko auf guten Standorten wie der Hildesheimer Börde deutlich geringer.

Insgesamt erwartet die Agrarbranche für Niedersachsen zurzeit nur noch eine Getreideernte von 5,2 bis 5,8 Millionen Tonnen. Vor gut drei Wochen war die Schätzung mit 6 bis 6,7 Millionen Tonnen erheblich optimistischer. Der gleiche Trend zeichnet sich bundesweit ab. Nach bislang rund 46 Millionen Tonnen liegen die aktuellen Ernteschätzungen nur noch zwischen 42 und 45 Millionen Tonnen für Deutschland. Auch weltweit sind die Ernteprognosen gesenkt worden, wie Weiterer berichtete. Für das Wirtschaftsjahr 2010/11 werde jetzt mit einer Weizenernte von 661 Millionen Tonnen gerechnet, vor knapp einem Monat seien es noch 672 Millionen Tonnen gewesen. Wegen der nach wie vor kräftigen Nachfrage weltweit würden daher die globalen Bestände stärker abgebaut. Sie schrumpften nach Angaben des Landhändlers binnen Monatsfrist von 198 auf 187 Millionen Tonnen.

Das seien „hausseträchtige Faktoren“, die jetzt von den Börsen eingepreist würden, erklärte Weiterer. In der Agrarbranche wird bereits befürchtet, dass steigende Getreidepreise die Diskussion „Tank oder Teller“, das heißt Agrarrohstoffe für die Nahrungsmittel- oder die Energieproduktion, neu entfachen.

Carola Böse-Fischer

Die Discounter sollten eigentlich die Gewinner der Krise sein. Wenn Verbraucher weniger Geld in der Tasche haben, werden sie vor allem dort einkaufen, wo es am billigsten ist. Diese Erwartung gab es auch für den deutschen Lebensmittelhandel. Doch jetzt steht ausgerechnet der führende Discounter Aldi in einer GfK-Studie als der große Verlierer des Jahres 2009 da.

12.07.2010

Nach nicht einmal drei Stunden haben die Deutsche Bahn und die Arbeitnehmerseite ihre Tarifverhandlungen vertagt. Sie beendeten die erste Runde der Gespräche am Montag ohne Ergebnis.

12.07.2010

Der Orangensaft heißt Edeka: Zuerst waren sie eine billige Alternative zu bekannten Marken, inzwischen machen sie auch in höheren Preissegmenten Markenartikeln Konkurrenz.

12.07.2010