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Wirtschaft Opel gewährt Kündigungsschutz bis 2018
Mehr Welt Wirtschaft Opel gewährt Kündigungsschutz bis 2018
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21:51 02.02.2014
Mitarbeiter des Eisenacher Werkes der Adam Opel AG. Quelle: dpa
Rüsselsheim

Endlich eine gute Nachricht für die leidgeprüften Opel-Mitarbeiter in Deutschland: Der Autobauer Opel hat den Kündigungsschutz für seine Mitarbeiter in den Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach um zwei Jahre bis Ende 2018 verlängert. Management und Betriebsrat hätten den Tarifvertrag entsprechend ergänzt, teilte Opel am Samstag mit. Auch die Auslastung der Werke wurde festgeschrieben. „Dies ist ein sehr wichtiges und sehr gutes Signal für die Menschen und die Marke“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild. Er werde diesen Tarifvertrag in den nächsten Tagen unterzeichnen.

In der Vereinbarung wird dem Werk Eisenach der Bau der nächsten Generation der Modelle Adam und Corsa zugesichert. Kaiserslautern soll in der Komponentenfertigung ein „zusätzliches Standbein“ erhalten. Bis spätestens Ende des Jahres will Opel auch konkret ein weiteres Modell festlegen, das im Stammwerk Rüsselsheim gebaut wird.

Bereits am Montag hatte die neue Chefin der Opel-Mutter General Motors (GM), Mary Barra, auf ihrem ersten Auslandsbesuch in neuer Funktion ein weiteres Modell für das Opel-Stammwerk angekündigt – und gleichzeitig Investitionen in Deutschland versprochen. Derzeit läuft in Rüsselsheim das Flaggschiff Insignia vom Band, vom kommenden Jahr an wird auch der Familienwagen Zafira in Rüsselsheim gebaut. Der Astra soll hingegen nach früheren Angaben von 2015 an statt in Hessen im britischen Ellesmere Port und in Gliwice (Polen) vom Band rollen.

Personalvorstand Ulrich Schumacher sprach von einem wichtigen Schritt der Zukunftssicherung für das Unternehmen. Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte: „Die Verlängerung der Laufzeit des Vertrages sowie des Kündigungsschutzes geben den Beschäftigten die notwendige Sicherheit, damit wir auf der Basis des abgeschlossenen Tarifvertrages weiter erfolgreich zusammen für den Erfolg von Opel arbeiten können.“ Schild sprach von einem wichtigen Schritt hin zu langfristig sicheren Jobs und Wachstum bei Opel.

Dabei darf der verlängerte Kündigungsschutz als Kompensation des Unternehmens für die Beschäftigten verstanden werden, die in den vergangenen Jahren das Überleben des kriselnden Autobauers mit Lohneinbußen und Stellenstreichungen mitgesichert haben. Allein 2013 sank die Zahl der Mitarbeiter in Europa von 37.100 auf 35.400, in Deutschland von 19.800 auf 19.400. Mit dem Aus der Autofertigung in Bochum zum Jahresende werden Anfang 2015 noch deutlich weniger Menschen in Deutschland für Opel arbeiten. An dem Standort bleibt lediglich ein Warenverteilzentrum.

Nach Angaben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gibt es von Opel auch eine „Zusicherung von mindestens 1800 Vollzeitstellen in Kaiserslautern bis Ende 2020, die beim Ausscheiden von Beschäftigten auch wiederbesetzt werden“. Zuvor hatte bereits die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, für die drei Standorte seien Mindestbeschäftigungszahlen bis 2020 vereinbart worden. Das Unternehmen bestätigte diesen Teil der Vereinbarung zunächst nicht.

Das Blatt zitiert auch aus einem Papier der IG Metall, wonach auf Basis des Insignia künftig „eine weitere GM-Marke“ produziert werden soll. Gleichzeitig könnten „einige zehntausend“ Fahrzeuge mit Rechtslenker insbesondere für den Export nach Australien in Rüsselsheim vom Band rollen.

Nach Opel-Angaben war die Einigung mit den Arbeitnehmern am Donnerstag unterzeichnet worden, drei Tage nach Barras Besuch. Der nun ergänzte Tarifvertrag stammt aus dem März 2013. Auch seine Laufzeit wurde um zwei Jahre von Ende 2018 bis Ende 2020 verlängert.

Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen, konnte die Verluste zuletzt aber eindämmen. Zudem verkaufte Opel 2013 in einem schrumpfenden Markt genauso viele Fahrzeuge wie im Vorjahr – und konnte damit erstmals seit 14 Jahren seine Marktanteile ausbauen. Spätestens 2016 soll Opel die Gewinnschwelle erreichen.

dpa

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