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Wirtschaft Vermittler soll Streik bei der Bahn verhindern
Mehr Welt Wirtschaft Vermittler soll Streik bei der Bahn verhindern
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14:23 20.02.2015
Stehen die Signale wieder auf Rot? Ein Vermittler könnte die Fronten im Tarifstreit zwischen Bahn und GDL aufbrechen. Quelle: dpa
Berlin

Eine Moderation oder Mediation zur Vermeidung eines neuerlichen Bahnstreiks wäre "vorstellbar", sagte Pro-Bahn-Sprecher Gerd Aschoff der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). Als Vermittler schlug er den früheren Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, den früheren Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, Karl Heinz Daehre, und den ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, vor.

Zuvor hatte bereits der Chef des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Klaus Dauderstädt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, er halte "die Einschaltung neutraler Dritter nicht für falsch". Die GDL gehört zum Beamtenbund.

Aschoff führte aus, er befürworte eine Mediation oder Moderation, da eine Schlichtung "rechtlich problematisch" sei. Die einzelnen Schritte eines solchen Verfahrens seien "sehr genau definiert" und "nur schwer" auf den Tarifkonflikt der Deutschen Bahn anzuwenden.

Der Pro-Bahn-Sprecher warf den Tarifparteien vor, den Streit "auf dem Rücken der Reisenden" auszutragen. "Uns fehlt dafür das Verständnis", ergänzte Aschoff. Er appellierte an die GDL, einen neuen Ausstand mit einem Vorlauf von mindestens 24 Stunden anzukündigen. "Alles andere ist nicht zumutbar." Zudem müsse es einen Ersatzfahrplan geben, "der seinen Namen auch verdient". Bei den vorangegangenen Streiks habe die Bahn "zumindest einigermaßen" gewährleisten können, dass auf wichtigen Strecken Züge im Zwei-Stunden-Takt fahren.

Die GDL will die Deutsche Bahn erneut bestreiken, weil der Konzern nach ihren Angaben in den Verhandlungen inhaltsgleiche Tarifabschlüsse von GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zur Bedingung gemacht hat. Noch ist unklar, wann der nächste Ausstand stattfinden soll. Die Deutsche Bahn will Arbeitsniederlegungen noch in letzter Minute abwenden und führt deshalb hinter den Kulissen Gespräche mit der GDL.

Wie bezahlt die GDL den Lokführerstreik?

Wie lange eine Gewerkschaft wie die GDL streiken kann, ist unter anderem abhängig davon, wie gut ihre Streikkasse gefüllt ist. Die GDL zahlt jedem streikenden Mitarbeiter pro Tag jetzt 75 Euro. Der Satz wurde inzwischen erhöht, wie Sprecher Stefan Mousiol berichtet - in der Vergangenheit hatten die Streikenden 50 Euro bekommen. Als die Lokführer im November die Arbeit niederlegten, kostete das die Gewerkschaft täglich rund 150.000 Euro.

Doch woher stammt das Geld? Die etwa 34.000 Mitglieder der GDL zahlen einen Monatsbeitrag von rund 0,6 Prozent ihres Bruttoeinkommens - mindestens 7, maximal 28 Euro. Damit schafft sich die Gewerkschaft ein finanzielles Polster, von dem sie ihre Leistungen bezahlt. Ein Teil davon fließt in die Streikkasse.

Wie viel Geld dort liegt, ist aber ein gut gehütetes Geheimnis. Ansonsten könnten die Arbeitgeber schließlich ausrechnen, wie lange die Gewerkschaft noch streiken kann - und ob es besser wäre, auf die Forderungen einzugehen oder zu warten, bis das Geld ausgeht.

Zusätzliche Unterstützung erhält die GDL vom Deutschen Beamtenbund, in dem sie selbst Mitglied ist. Die Dachgewerkschaft zahlt ihren Mitgliedern pro Tag maximal 50 Euro für jeden Streikenden.

afp

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