Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Weltweit Zu viel Alkohol ist auch keine Lösung
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Zu viel Alkohol ist auch keine Lösung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:42 07.07.2015
In der EU ist ein Alkoholgehalt von mindestens 8,5 Volumenprozent Voraussetzung für die Bezeichnung Wein. Quelle: dpa
Hannover

Zum Wein gehört der Alkohol – aber zu viel davon ist auch nicht gut. Mit diesem Problem müssen sich die Winzer herumschlagen, weil der Klimawandel den Alkoholgehalt ansteigen lässt. „Der Wein bekommt mit der Sonne immer mehr Zucker“, erklärt Marie-Madeleine Caillet-Desmarest am Montag auf dem Weinweltkongress in Mainz. „Damit steigt auch der Alkoholgehalt, vor allem bei Rotweinen aus Südeuropa. Wir überlegen, wie sich das verringern lässt, entweder durch das Ausfiltern von Zucker vor der Fermentierung oder durch Alkoholreduktion danach.“

Die Önologin aus der Champagne gehört zu den 450 Wissenschaftlern, Verbands- und Regierungsvertretern aus 46 Ländern, die unter dem Dach der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) bis Freitag über neue Herausforderungen durch den Klimawandel beraten.

"Ohne Alkohol haben wir nur noch Saft"

Schon jetzt ließen sich dramatisch steigende Alkoholgehalte feststellen, etwa bei griechischen Weinen, sagt die Leiterin des Instituts für Önologie an der Hochschule Geisenheim im Rheingau, Monika Christmann. An ihrem Institut forschen Mikrobiologen an Hefepilzen, die weniger Alkohol produzieren. Bei einer Reduzierung um 2,5 Prozentpunkte, etwa von 15 auf 12,5 Volumenprozent Alkohol, sei geschmacklich kein Unterschied spürbar. Bei einer stärkeren Reduzierung stelle sich aber die Frage, ob das Ergebnis noch als Wein bezeichnet werden könne.

In der EU ist ein Alkoholgehalt von mindestens 8,5 Volumenprozent Voraussetzung für die Bezeichnung Wein. Mara Fernandes Moura vom Instituto Agronômico de Campinas (IAC) in Brasilien findet, dass es mindestens 11 Prozent sein müssten. „Ohne Alkohol haben wir nur noch Saft.“

Die Klimaerwärmung fördert auch bestimmte Krankheiten und Schädlinge. Im Kampf dagegen setzen die USA, Australien oder Frankreich auf die Gentechnik. Auch in der Pfalz wurden 1999 gentechnisch veränderte Weinreben gepflanzt, in der pfälzischen Gemeinde Siebeldingen, wo das Julius-Kühn-Institut (JKI) als Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen seinen Sitz hat. „Wir haben uns aus zwei Gründen davon verabschiedet“, erklärt sein Leiter Reinhard Töpfer.

Zum einen gebe es inzwischen neue Möglichkeiten in der traditionellen Kreuzungszüchtung. Zum anderen nennt er die hierzulande weit verbreitete Abneigung gegen Gentechnik. So haben die JKI-Experten gerade erst eine neue Rebsorte vorgestellt, Caladis Blanc, die zugleich gegen die Pilzkrankheiten Echter und Falscher Mehltau, Botrytis (Schimmelbefall) und Schwarzfäule resistent sind. „Damit lassen sich schöne, spritzige, leichte Sommerweine produzieren.“

Von Peter Zschunke

Nach dem Ende des unbefristeten Streiks will die Post die Millionen liegengebliebenen Briefe und Pakete zustellen und auf Normalbetrieb zurückkehren. Doch: Millionen Briefe und Pakete sind bei dem wochenlangen Streik liegen geblieben. Gerade auf Pakete wird mancher weiter warten müssen.

07.07.2015

Die griechischen Banken bleiben vorerst zahlungsfähig. Die Europäische Zentralbank hat am Montag beschlossen, den Notkredit für griechische Banken weiter aufrecht zu erhalten.

06.07.2015
Deutschland / Weltweit Erneute Streiks der Piloten drohen - Schlichtung bei Lufthansa gescheitert

Bei der Lufthansa sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Vorgespräche mit dem Unternehmen zu einer Gesamtschlichtung zu allen offenen Tariffragen am Montag für gescheitert erklärt.

06.07.2015