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Deutschland / Weltweit Wächter passen auf Strommarkt auf
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20:15 10.07.2015
Symbolbild Quelle: dpa
Hannover

Erst als alles zu spät war, erkannten Hunderttausende Kunden des Stromanbieters Teldafax, wie sie über den Tisch gezogen worden waren: Der Billiganbieter mit den lockeren Werbesprüchen („Wechseln ist ein Klacks mit Teldafax“) hatte sich den Strom ein Jahr im Voraus bezahlen lassen – bei der Insolvenz war das Geld einfach weg. Um Verbraucher vor solchen Tricks besser warnen und Stromanbieter genauer beobachten zu können, hat das Land Niedersachsen bei der Verbraucherzentrale den sogenannten Marktwächter Energie installiert.

Dabei handelt es sich um ein Büro mit vier Mitarbeitern, für das das Land 250.000 Euro jährlich ausgibt. Die Marktwächter sollen Beschwerden von Stromkunden auswerten, dubiose Geschäftspraktiken von Energieversorgern öffentlich anprangern und notfalls auch mit Mahnungen und Klagen sanktionieren können.

Rund 1100 Stromanbieter gibt es derzeit auf dem deutschen Markt. Der dadurch entstehende Wettbewerb sei grundsätzlich eine sehr positive Sache, meinte Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, gestern bei der Vorstellung des Marktwächter-Büros: „Im Schatten der vielen seriösen Anbieter treten aber immer wieder schwarze Schafe in Erscheinung.“ In den Beratungsstellen der Verbraucherschutzzentralen in Niedersachsen gebe es immer wieder Beschwerden über falsche Abrechnungen, unlautere Werbung oder Haustürgeschäfte. Diese Beschwerden seien bislang nicht gesammelt und ausgewertet worden, so Kristandt. Das will jetzt der Marktwächter Energie übernehmen. Ziel sei es zu erkennen, ob eine bestimmte Masche eines Anbieters systematisch angewandt werde, so Kristandt. „Der Marktwächter ist damit eine Art Frühwarnsystem.“

Auf der Internetseite www.marktwaechter-energie.de werden Erkenntnisse gesammelt und veröffentlicht. Aktuell werben beispielsweise viele Anbieter mit Prämien: Wer wechselt, soll einen Bonus von bis zu 200 Euro auf die Stromrechnung bekommen. Diese Boni werden aber nicht immer ausgezahlt, warnt Kristandt. Manchmal würden Firmen unbedarfte Hausbesitzer am Telefon nach Zählernummer und Energieversorger fragen und dann ohne weitere Ankündigung einen Anbieterwechsel in die Wege leiten.

Missstände würden mit Namen der Firma auf der Homepage veröffentlicht, kündigt Kristandt an. „Das muss sein, sonst entsteht nicht der nötige Druck.“ Sollte die Firma einlenken und ihre Praxis zum Positiven verändern, werde das selbstverständlich auch auf der Internetseite festgehalten.

„Das ist ein Schritt zu mehr Verbraucherschutz in Niedersachsen“, sagte Christian Meyer (Grüne), der als Landwirtschaftsminister für das Thema Verbraucherschutz zuständig ist. Letztlich funktioniere der Marktwächter nur, wenn die Bevölkerung mitmache. „Wir brauchen Hinweise der Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagte Meyer.

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