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Wabco hofft auf ein Comeback

Krisen-Bilanz Wabco hofft auf ein Comeback

Der Nutzfahrzeugzulieferer Wabco kann für das Krisenjahr 2009 nur knapp einen kleinen Gewinn ausweisen. Der Umsatz des Spezialisten für Brems- und Regelsysteme hat sich fast halbiert.

Der Nutzfahrzeugzulieferer Wabco hat sich im vergangenen Jahr nur durch einen tiefen Einschnitt in die Kostenstrukturen in den schwarzen Zahlen halten können. Vor Steuern und Zinsen blieb ein Ergebnis von knapp 8 Millionen Dollar, teilte der US-Konzern am Donnerstag mit. Im Vorjahr waren es noch 248 Millionen Dollar gewesen. Der Wabco-Umsatz stürzte in dem für die gesamte Nutzfahrzeugbranche beispiellosen Katastrophenjahr 2009 um 42 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Mrd. Euro) ab. Dabei stabilisierte sich das Geschäft im Schlussquartal auf dem Niveau des – allerdings schon von der Krise gezeichneten – Vergleichszeitraums des Vorjahres.

Wabco hatte auf den Einbruch mit radikalen Schnitten bei Kosten und Personal reagiert. Auf der Ausgabenseite wurden 75 Millionen Dollar eingespart. Die Personalzahl sinkt weltweit um 1800 auf unter 6000 Mitarbeiter. Den Großteil des Abbaus muss der Standort Hannover als Entwicklungs- und Fertigungszentrale tragen. Hier ist in den vergangenen Monaten jeder dritte der einst 3000 Jobs weggefallen. Allein die Personalreduzierungen sollen jährlich bis zu 90 Millionen Dollar einsparen, werden zunächst allerdings einmalig rund 80 Millionen Dollar kosten. Wabco hatte nach zähen Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite auch freiwillige Abfindungsverträge und Stipendien akzeptiert. Gleichzeitig wurde die endgültige Entscheidung über einen Teil der Kündigungen ins Frühjahr verschoben. Falls die Konjunktur wieder ausreichend anzieht, könnte man darauf verzichten.

Derzeit rechnet der börsennotierte Konzern für 2010 mit einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent. Das operative Ergebnis soll dabei 4,5 bis 6,5 Prozent der Erlöse ausmachen. Unterm Strich erwartet Wabco einen Gewinn zwischen 57 und 83 Millionen Dollar – deutlich mehr als die 19 Millionen, die 2009 verbucht wurden. Der Konzern setzt dabei vor allem auf die Wachstumsmärkte in Asien. Dort ist die Nutzfahrzeugkrise kein Thema, allerdings sind die Hightech-Teile von Wabco dort weniger gefragt als in Europa. Man arbeite hart an einer besseren globalen Aufstellung, sagte Konzernchef Jacques Esculier. Zuletzt konnte Wabco Großaufträge von mehreren chinesischen Lkw-Bauern ergattern.

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