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Deutschland / Weltweit Volkswagen erzielt Millardengewinn
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16:37 29.07.2010
Quelle: dpa

Die weltweit steigende Autonachfrage hat Europas größtem Autobauer Volkswagen im ersten Halbjahr einen Milliardengewinn beschert. Unter dem Strich stehen in der am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbilanz des Wolfsburger Konzerns 1,8 Milliarden Euro, nach knapp 500 Millionen im Vorjahreszeitraum. VW verdiente damit in den ersten sechs Monaten 2010 gut doppelt so viel wie im gesamten vorigen Jahr.

„Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg. VW habe auf dem Weg an die Weltspitze seine Stellung auf den internationalen Automärkten weiter stärken können. Allerdings geht die VW-Führung nicht davon aus, dass die Entwicklung sich in der zweiten Jahreshälfte unvermindert fortsetzt. Dennoch erwarte man einen Umsatz und ein Ergebnis deutlich über Vorjahreshöhe. 2009 hatte VW 6,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und ein operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Unterm Strich blieben 911 Millionen.

Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Umsatz im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2009 um 20,7 Prozent auf 61,8 Milliarden Euro. Die Vorjahresbasis war jedoch sehr schwach. Denn Anfang 2009 war der Autoabsatz wegen der Wirtschaftskrise eingebrochen. Das änderte sich erst mit der Abwrackprämie wieder - von der Volkswagen zwar stark profitierte. Gefragt waren vor allem aber kleinere Modelle, bei denen auch die Gewinnspannen geringer sind.

Die jüngste Entwicklung mit einer Absatzsteigerung von 16 Prozent auf 3,6 Millionen Autos im ersten Halbjahr wird vor allem von einer rasant steigenden Nachfrage vor allem in China, aber auch in Brasilien, den USA und in Westeuropa getragen. Hinzu kommen Kostensenkungen in den Produktionsabläufen und günstige Wechselkurseffekte durch den schwachen Euro im Vergleich zum Dollar. Alle Marken des Konzerns konnten von der positiven Entwicklung profitieren. Vor allem die Kernmarke Volkswagen Pkw erzielte deutlich höhere Gewinne als im Vorjahr. Das operative Ergebnis überschritt eine Milliarde Euro, nach 216 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 26,2 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro.

Den höchsten Anteil zum operativen Ergebnis des Konzerns - insgesamt 2,8 Milliarden Euro - steuerte wieder die Premiummarke Audi bei mit 1,3 Milliarden Euro, nach 0,8 Milliarden im Vorjahr. Dazu hätten kontinuierliche Prozessverbesserungen und eine konsequente Kostenoptimierung beigetragen, teilte VW mit. Der Umsatz stieg um 20,9 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, der Absatz um 16,4 Prozent auf 660.000 Autos.

Auch die tschechische Tochter Äkoda verzeichnete einen deutlichen Zuwachs von 13,7 Prozent auf knapp 300.000 Autos. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 92 auf 227 Millionen Euro. Die Erholung des spanischen Automobilmarktes wirkte sich positiv auf das Sorgenkind des Konzerns, die Marke Seat aus. Mit 186.000 verkauften Autos (plus 17,7 Prozent) konnte Seat seinen Verlust leicht auf 157 Millionen Euro vermindern.

Volkswagen Nutzfahrzeuge setzte 159.000 Einheiten ab, 18,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis erreichte 118 (VJ 463) Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war aber der Ertrag aus dem Verkauf des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts in Höhe von rund 600 Millionen Euro enthalten. Der Absatz der Marke Scania erhöhte sich um 37 Prozent auf 28.000 Fahrzeuge, das Ergebnis von 577 Millionen Euro übertraf deutlich den Vorjahreswert von 48 Millionen. Volkswagen Finanzdienstleistungen trug 362 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei, 41 Millionen mehr als im Vorjahr.

dpa

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