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Deutschland / Weltweit VW will im Lkw-Bereich an die Weltspitze
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20:16 01.02.2015
Von Stefan Winter
Jetzt gehts los: Andreas Renschler, hier noch im Daimler-Auftrag unterwegs, startet bei VW. Quelle: Emily Wabitsch/dpa
Hannover

An diesem Montag endet das wahrscheinlich längste Jahr im Leben des Andreas Renschler. Am 28. Januar 2014 warf er seinen Job bei Daimler hin, bis jetzt musste er warten, um beim Konkurrenten VW wieder auftauchen zu dürfen - es kann losgehen mit dem Projekt Weltmarktführer. An der Spitze kennt sich der 56-Jährige aus, er führte lange Daimlers Lkw-Geschäft. Jetzt soll er im VW-Vorstand schaffen, woran die Wolfsburger Spitze seit Jahren scheitert: aus den Lkw-Töchtern MAN und Scania ein schlagkräftiges Gespann machen.

Der neue Mann auf dem Bock wolle zumindest die grobe Richtung schnell festlegen, heißt es in Konzernkreisen: Die Truck-Holding, die auch Betriebsratschef Bernd Osterloh vehement fordert, soll schon bald an den Start gehen und wird neben den beiden Herstellern schwerer Lkw wohl auch die hannoversche VW Nutzfahrzeuge umfassen.

Den künftigen Standort dieser Einheit mit einigen Dutzend Mitarbeitern würde Renschler am liebsten auch gleich festlegen, doch das könnte die erste Begegnung des Daimler-Manns mit dem speziellen VW-Geist werden. Er soll zuerst an Stuttgart gedacht haben, heißt es - wegen des kurzen Heimwegs und der Daimler-Kollegen, die er noch abwerben könnte. Bei MAN hofften manche auf München, aber das geht mit Rücksicht auf Scania genauso wenig wie andersherum Schweden. Also brachte Renschlers Frankfurt ins Spiel. Nein, befand irritiert Ferdinand Piech, da säßen nicht die Kunden, die finde der Lkw-Verkäufer bekanntlich in Hafennähe. Solche Logik ist dem Aufsichtsratschef vorbehalten, und jetzt gilt intern Hamburg als heißester Tipp. Martin Winterkorn wiederum demonstriert stets Verbundenheit mit Wolfsburg und beschied, man werde sich dem Thema später widmen.

Zunächst werde Renschler ohnehin vor allem reisen, heißt es im Konzern - Leute und Standorte kennenlernen, ein Netzwerk aufbauen, die ein Jahr lang geschmiedeten Pläne den Gegebenheiten anpassen. Dann sind die Posten in der neuen Holding zu besetzen. Interne Kandidaten stehen bereit, eine Wunschliste alter Daimler-Kollegen soll es geben, und auch Externe bieten sich an. Andere werden Macht verlieren oder gehen müssen, vor allem „Östlings Jungs“: Anders Nielsen und Martin Lundstedt, Chefs von MAN und Scania und Zöglinge des bisherigen Truck-Chefs Leif Östling, gelten als gefährdet. Wer nachfolgt, ist den Managern dort fast schon egal. Nach vielen Wechseln und Abgesandten aus der Wolfsburger Pkw-Welt wünschen sich die Trucker vor allem Stabilität. „Es kommt einfach keine Ruhe rein“, sagt ein Manager.

Die könnte Renschler bringen, denn der gebürtige Stuttgarter gilt nicht nur als exzellenter Lkw-Manager, sondern auch als umgänglicher Mensch. „Geradeaus“ sei er, sagt einer, der ihn lange kennt: „Auf den kann man sich verlassen.“ Allerdings habe er auch einen Dickschädel, „der geht seinen Weg“. Das könne im hierarchisch geprägten VW-Konzern schwierig werden. Aber andererseits: „Die haben in Wolfsburg ja keine Ahnung von Trucks.“

Kampf um die Spitze

Daimler weit vorn: VW will den größten Lkw-Konzern der Welt aufbauen, doch vorerst ist das Daimler. Rund eine halbe Million mittlere und schwere Lkw verkaufen die Stuttgarter jährlich. In Europa tragen sie meist den Mercedes-Stern, in Asien gehört Mitsubishi Fuso zum Konzern, in den USA Freightliner. Die VW-Marken MAN und Scania sind dagegen auf Europa und Südamerika konzentriert und hier oft direkte Konkurrenten.

hre Lücken in Asien und den USA gelten als größte strategische Schwäche, weshalb immer wieder über einen weiteren Zukauf spekuliert wird. Zusammen verkauften beide Marken im vergangenen Jahr 200 000 Lkw und Busse. Hinzu kommen 450  000 leichte Transporter bei VW Nutzfahrzeuge. Die seit Jahren angestrebte Zusammenarbeit von MAN und Scania vor allem in Entwicklung und Einkauf kommt nur mühsam voran, soll in zehn bis 15 Jahren aber rund 800 Millionen Euro Ergebniseffekt bringen.

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