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Deutschland / Weltweit VW und Daimler werben in Schanghai um chinesische Kunden
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08:20 19.04.2011
China ist für die deutschen Automobilbauer ein Markt der Zukunft. Quelle: dpa

Die Zukunft des Autos liegt in China. Auf der Automesse in Schanghai umwerben die großen Konzerne das Milliardenvolk, das sich den Traum vom eigenen Wagen erfüllen will. Volkswagen und Daimler greifen an – mit den Weltpremieren des neuen VW Beetle und der neuen A-Klasse. Trotz bereits voller Auslastung will Marktführer Volkswagen in diesem Jahr noch schneller als der Gesamtmarkt zulegen.

Die Spitzen der Automobilwirtschaft betonten vor der Automesse, die am Mittwoch eröffnet wird, die enorme Bedeutung des chinesischen Markts. China sei das „Gravitationszentrum des Wachstums“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Präsentation des „Beetle des 21. Jahrhunderts“, der am Montag auch in Berlin und New York vorgestellt wurde. Mit dem neuen Beetle will Volkswagen das Erbe des Käfers fortschreiben. „Der Käfer steht wie kein anderes Auto für das, was Volkswagen für das Auto getan hat“, sagte Winterkorn.

Ab Herbst soll das Auto zu haben sein. Über den Preis spricht bei VW noch niemand offiziell. Hinter vorgehaltener Hand war aber von einem Richtwert von rund 17 000 Euro die Rede. Im Gegensatz zum 1998 vorgestellten New Beetle rücke die dritte Auflage des Käfers stilistisch wieder näher an das Original, sagte Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Dies zeigt sich vor allem am Heck, das nun ohne weiteren Buckel nach unten geführt wird. Außerdem fällt das Auto etwas breiter und flacher aus und wirkt deshalb bulliger. Zugleich verspricht VW mehr Platz im Innenraum.

Auch der Stuttgarter Autobauer Daimler setzt voll auf China. „Es gibt keinen besseren Ort, um über die Zukunft des Automobils und die Zukunft von Mercedes zu sprechen, als Schanghai“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Präsentation des Konzeptautos für die neue A-Klasse. Der vorgestellte Kompaktwagen liege schon „sehr nah“ am Endprodukt: „A wie Angriff.“ Der Wagen soll ab Jahresende gebaut werden und zielt auf jüngere Kunden.

Trotz bereits voller Auslastung will Marktführer Volkswagen in China in diesem Jahr schneller als der Gesamtmarkt zulegen. Der Absatz soll um 8 bis 12 Prozent gesteigert werden, was „eher konservativ“ geschätzt sei, sagte VW-China-Chef Karl-Thomas Neumann. Nach dem rasanten Autoabsatz im Vorjahr in China, das von der Weltwirtschaftskrise kaum betroffen war, soll sich der Markt gleichwohl etwas abkühlen. VW-Chef Winterkorn rechnet aber weiter mit einem „auch in Zukunft nachhaltigen Wachstum“.

Ein Zuwachs für Volkswagen von 35 Prozent wie im vergangenen Jahr sei auch nicht mehr lange durchzuhalten, sagte Neumann. „Dann könnten wir den Marktanteil nicht mehr halten, weil wir keine Fabriken mehr haben.“ Um Kapazitäten auszubauen, plant VW in China bis 2015 Investitionen von 10,6 Milliarden Euro. „Wir fahren heute mit einer Auslastung von 135 Prozent“, sagte Neumann. „Jedes Auto, das wir bauen, können wir verkaufen. Wenn wir mehr bauen, könnten wir auch mehr verkaufen.“

Auch Deutschland profitiere von dem Boom in China. „Es ist nicht so, dass China in Deutschland Jobs bedroht.“ 2010 habe Volkswagen 140 000 Motoren, 400 000 Getriebe und 77 000 Autos nach China exportiert. Fast jeder zweite der 7000 in Dresden gefertigten Phaeton sei nach China verkauft worden. Auch werden die Milliardeninvestitionen in China aus dem Geschäft vor Ort getätigt. Im vergangenen Jahr seien zudem rund eine Milliarde Euro als Dividende nach Wolfsburg geflossen. Im ersten Quartal stieg der Absatz der Volkswagen-Gruppe in China immer noch um 19,9 Prozent auf 548 411 Autos, während der Gesamtmarkt um 15 Prozent zulegte.

VW präsentierte zudem den für China entwickelten „New Passat“. Auch wird in Schanghai die Marke Seat in China eingeführt. Der Verkauf der Autos startet 2012. Auf der Messe stellen die Wolfsburger zudem erstmals einen Elektroroller vor, da sich der Markt für batteriebetriebene Fahrräder und Scooter in China „explosionsartig entwickelt“ hat, wie Neumann sagte. Mehr als 100 Millionen elektrische Zweiräder rollen schon über Chinas Straßen. „China wird der Leitmarkt für E-Mobilität“, sagte Winterkorn. Die Regierung will die Elektroautos kräftig fördern und dafür voraussichtlich mehr als umgerechnet 10 Milliarden Euro bereitstellen. Schon 2015 sollen eine Million Elektroautos auf den Straßen rollen.

Andreas Landwehr

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