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Deutschland / Weltweit VW schließt Lkw-Allianz in den USA
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06:26 07.09.2016
Von Lars Ruzic
Neben Lastwagen ist auch der Bau von Schulbussen ein wichtiges Geschäftsfeld von Navistar. Von der Kooperation mit den Amerikanern verspricht sich der VW-Konzern mehr Erfolg auf dem US-Markt.
Hannover

Rund 230 Millionen Euro lässt sich dies die Lkw-Holding kosten. „Wir gehen den nächsten Schritt auf unserem Weg zum globalen Champion der Nutzfahrzeugindustrie“, sagte VW-Lkw-Chef Andreas Renschler.

Der Aktienerwerb ist nur ein Baustein einer umfassenden strategischen Allianz der beiden Unternehmen. Sie sieht eine enge Kooperation bei Entwicklung und Belieferung sowie eine gemeinsame Beschaffung vor. Volkswagen versorgt Navistar künftig mit Antriebstechnologie - das aufwendigste und mit Abstand komplexeste System in einem Nutzfahrzeug. Damit vergrößere sich nochmals das Synergiepotenzial in der Lkw-Gruppe, erklärte Renschler.

Der Wolfsburger Konzern kommt mit den Töchtern MAN, Scania und VW Caminhoes (Brasilien) auf 179 000 verkaufte Fahrzeuge im Jahr, bei Navistar waren es zuletzt 84.000. Die VW-Marken haben bereits damit begonnen, möglichst viele Gleichteile zu entwickeln. Mit einem um gut 50 Prozent gestiegenen Mengenvolumen ließen sich die Stückkosten „signifikant“ senken, hieß es.

Navistar rechnet mit Synergien von im Schnitt jährlich 100 Millionen Dollar in den ersten fünf Jahren - danach mit 200 Millionen Dollar allein für die Amerikaner. Dazu beitragen soll auch ein Gemeinschaftsunternehmen beider Seiten, das für den Teile-Einkauf gegründet werden soll. Die Kooperationen sollen nach und nach ausgeweitet werden - etwa auf Fahrerassistenzsysteme oder Technologien zum Spritsparen.

Für die Braunschweiger Truck-Holding von VW sei die Kooperation mit einem US-Hersteller die beste Möglichkeit, auf dem wichtigen amerikanischen Markt Fuß zu fassen, betonte Renschler. „Wir haben die Antriebskomponenten, aber nicht die Trucks dafür“, sagte er in einer Telefonkonferenz. Gemeinsam deckten die Partner künftig rund 75 Prozent der wichtigsten Lkw-Märkte weltweit ab. Volkswagen ist in Europa stark - Navistar in Nordamerika. Lediglich in Südamerika gibt es einige Überschneidungen.

Navistar-Chef Troy Clarke freut sich über die Kapitalspritze von VW. Sie werde „unsere Liquiditätsposition stärken und uns finanziell flexibler machen“, sagte er. Navistar schreibt derzeit rote Zahlen. Zwei VW-Manager sollen in den Navistar-Verwaltungsrat einziehen. Das Geschäft muss noch von den zuständigen Regulierungsbehörden genehmigt werden. Der VW-Einstieg kommt zudem erst dann zustande, sobald die Amerikaner den Liefervertrag unterzeichnet haben und das Gemeinschaftsunternehmen gegründet wurde. Der Vollzug wird für den Jahreswechsel erwartet.

Die beiden Partner des neuen Verbundes

VW Truck & Bus will zum „globalen Champion“ in der Nutzfahrzeugindustrie werden. Dazu sind die drei Marken MAN, Scania und VW Caminhoes unter dem Dach einer Holding zusammengefasst worden, die Synergieeffekte nutzen soll. Das Unternehmen steht für mehr als 20  Milliarden Euro Umsatz, 25 Fabriken in 17 Ländern und 76 000 Beschäftigte. VW Nutzfahrzeuge aus Hannover gehört nicht zur Holding, berichtet aber an ihren Vorstandschef Andreas Renschler.
Navistar ist in Nordamerika die Nummer zwei und kam zuletzt mit rund 15 000 Beschäftigten auf 10 Milliarden Dollar Umsatz. Das Unternehmen stellt außer Lkw und Bussen auch Militärfahrzeuge und Motoren her. Die Wurzeln reichen zurück bis in die 1850er-Jahre.

lr

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